„Wo isser denn, mei Günder?“, fragt Otto Oeder, als er am Parkplatz ankommt. Gerade ist er vom fränkischen Lichtenberg, seinem Wohnort, rüber nach Thüringen gefahren. Einmal runter ins Tal, dann über die Muschwitz, auf der anderen Seite wieder hoch, und schon ist er in einer Gegend, die man in Westdeutschland lange einfach nur drüben nannte. Günder, der eigentlich Günther Heinze heißt, biegt auf den Parkplatz ein. Die beiden begrüßen sich herzlich per Handschlag.
Deutsche Geschichte„Wir leben hier die Einheit“
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Als sie jung waren, standen sich der DDR-Grenzsoldat Günther Heinze und der bayerische Grenzpolizist Otto Oeder gegenüber, getrennt durch Mauer und Stacheldraht. Heute sind sie Freunde. Zu Besuch bei einem deutsch-deutschen Stammtisch.
Von Niklas Mönch
