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Glücksspiele - Duisburg:WestSpiel-Betriebsratschef Kündigung angedroht

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Der Schriftzug des Westspiel Casinos ist auf einer Abdeckung eines Roulette Spiels zu sehen. Foto: Marcel Kusch/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Düsseldorf (dpa/lnw) - Ärger beim landeseigenen Casino-Betrieb WestSpiel: Dem Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats ist nach eigenen Angaben die fristlose Kündigung angedroht worden. Das geht aus einem Schreiben des Betriebsratschefs an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hervor. Hintergrund sind demnach Klagen vor dem Arbeitsgericht.

Laut dem Brief an Laschet, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hat die Belegschaft Sorgen um die Zukunft. Zurzeit läuft der Verkauf der WestSpiel-Gruppe, drei Bieter sind in der engeren Auswahl. Nach Darstellung des Betriebsrats sind inzwischen rund 60 Klagen anhängig, in denen es unter anderem um die Altersversorgung und einen neuen Tarifabschluss geht. Das Unternehmen soll dem Betriebsrat vorwerfen, in den Verfahren falsche Angaben gemacht zu haben.

Laut dem Schreiben an Laschet wurden der Betriebsratschef und sein Vize dafür abgemahnt. "Außerdem droht man uns beiden aktuell mit fristloser Kündigung und einer Strafanzeige", heißt es in dem Brief. "Alle rund 1000 Kolleginnen und Kollegen sowie ich verlangen, dass diese Vorfälle, die absolut gegen das Betriebsverfassungsrecht greifen, unverzüglich aufhören", so der oberste Betriebsrat wörtlich.

Die Privatisierung der Spielbanken lehne man weiter ab: "WestSpiel ist wieder ein hochprofitables Unternehmen. Niemand der Beschäftigten kann bis heute nachvollziehen, warum Sie den Verkauf an einen privaten Investor immer noch so sehr unterstützen." WestSpiel reagierte am Dienstag auf eine dpa-Anfrage zunächst nicht.

© dpa-infocom, dpa:210420-99-278454/2

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