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Gleichberechtigung in Deutschland:Gleich und gleicher

Sport war früher Männersache. Erst seit den zweiten Olympischen Spielen der Neuzeit 1900 in Paris durften Frauen an den Wettkämpfen teilnehmen; zunächst nur im Tennis. In Deutschland steigt die Zahl der Frauen im organisierten Sport seit Jahrzehnten an. 10,4 Millionen Mädchen und Frauen sind heute Mitglied im Deutschen Sportbund, wo ihr Anteil heute bei 40 Prozent (1950: zehn Prozent). Auch bei den Profis sind Frauen auf dem Vormarsch: Deutsche Alpin-Skifahrerinnen sind seit Jahren erfolgreicher als die Herren, es gibt eine Box-Weltmeisterin, und wer hat für Deutschland die letzten beiden Fußball-Weltmeisterschaften gewonnen? Die Damen! Trotzdem dominieren noch immer Männer den Sport - die wichtigsten Gremien - ob beim Olympischen Sportbund oder im Regionalverein sind fast komplett mit Männern besetzt.

Bildung

Fast alle Statistiken weisen heute darauf hin, dass Frauen besser für eine Karriere geeignet sind als Männer: Beim Abitur haben sie in den 80er Jahren gleichgezogen, nun stellen sie fast 60 Prozent der Abiturienten und haben die besseren Noten. An den Unis liegt der Frauenanteil heute bei etwa der Hälfte. Zum Vergleich: 1990 betrug er noch 39 Prozent. Studentinnen schließen ihr Studium im Schnitt ein bis zwei Semester früher und ebenfalls mit besseren Ergebnissen ab als ihre männlichen Kommilitonen. Und sie entscheiden sich inzwischen häufiger für eine Promotion. Bleibt die Frage, warum Frauen auch in der Forschung bis heute so selten in Führungspositionen gelangen. Etwa 90 Prozent der Lehrstühle für Medizin etwa werden von Männern gehalten.

© SZ vom 2.7.2008
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