Nymphomanie "Sex ist die Sprache, die ich spreche"

Kerstin Scholz: Auch wenn Männer noch so viel Gas geben, Blumen kaufen, einen schick zum Essen einladen, letztendlich wollen sie doch nur eins: dich in die Kiste bekommen (Kerstin Scholz fotografiert von PHOTORAZZI STUDIOS - PHOTOGRAPHY, www.photorazzi.de)

(Foto: Fredi_Scholze/ www.photorazzi.de)

Kerstin Scholz ist Nymphomanin. Ein Mann reicht ihr nicht. Auskünfte einer Sexsüchtigen über ihren starken Wunsch nach Nähe und Berührung.

Protokoll: Lars Langenau

"Ich bin Nymphomanin. Ausdruck meiner Sucht ist der starke Wunsch nach körperlicher Nähe und Berührungen. Den muss ich mir erfüllen. Oft. Jedenfalls öfter als normal.

Ich glaube an das Schicksal und daran, dass jeder sein Leben selbst beeinflussen kann. Ich glaube an mich und meine Gaben und lasse mich nicht durch irgendwelche Erwartungen und Vorstellungen von der Normalität einschränken. Weder brauche ich eine Beziehung noch das vermeintliche Familienglück. Denn ich weiß, wie ich mit mir selbst glücklich werde: indem ich mich selbst liebe und wertschätze.

Mein erster Freund ist an Krebs gestorben, als ich 19 war. Er war der erste Mann, mit dem ich geschlafen habe. Mit ihm starb meine erste, echt empfundene Liebe. Seither kann ich mich nicht mehr öffnen, kann nicht mehr so viel Nähe zulassen. Ich weiß nicht, wie sich Liebe anfühlt - auch nicht, wie man sie gibt. Aufkeimende Gefühle schiebe ich sofort weg.

Männer wollen starke Frauen, die wissen, was sie wollen. Frauen sollten Männern signalisieren, dass sie ihnen ebenbürtig sind. Im Job. Im Leben. Und im Bett. Ich bin Single und es gewohnt, mein Leben selbst zu gestalten. Im Bett sage ich gern, wo es langgeht. An meinen Sexpartnern interessiert mich nicht, wie sie leben. Schließlich sind die meistens verheiratet. Sex ist die Sprache, die ich spreche - und zwar fließend. Ich brauche nicht jeden Tag Sex, bei mir kommt es auf die Ausdauer und Abwechslung an.