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Gesellschaft:Nordosten einziges Bundesland mit weniger Stiftungen

Deutschland
Der Schriftzug "Stiftung" an einem Gebäude in Stralsund. Foto: Stefan Sauer/zb/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Schwerin (dpa/mv) - Mit Sorge beobachten Experten eine sinkende Zahl an Stiftungen in Mecklenburg-Vorpommern. Aktuell gibt es im Nordosten 162 Stiftungen, wie das Justizministerium am Dienstag in Schwerin mitteilte. Ende 2018 waren es demnach 163 gewesen und ein Jahr davor 165.

Mecklenburg-Vorpommern sei das Schlusslicht im deutschen Stiftungswesen und das einzige Bundesland mit sinkender Stiftungszahl, sagte der Sprecher des Landesnetzes der Stiftungen, Wolf Schmidt, vor dem 6. Landesstiftungstag am 13. März in Schwerin. "Der Abstand zu den stiftungsstarken Ländern wird nicht kleiner, sondern größer." Während Hamburg auf 100 000 Einwohner 78 Stiftungen verzeichne und der Bundesdurchschnitt bei 28 liege, komme MV nur auf 10 Stiftungen.

Das alle zwei Jahre stattfindende Treffen soll Schmidt zufolge helfen, ein stiftungsfreundliches Klima im Nordosten zu fördern. Erwartet würden Vertreter sämtlicher Stiftungen sowie Ehrenamtler und Politiker. In diesem Jahr laute das Motto "Stiftungen und Land Hand in Hand". Gastredner soll Altbundespräsident Joachim Gauck sein.

"Gemeinsam werben wir dafür, dass sich Stifter, großzügige Unternehmer und ehrenamtlich Engagierte finden, die hierzulande das Gemeinwohl und die Zivilgesellschaft stützen", sagte Schmidt. In Ostdeutschland sei es allerdings in den vergangenen 30 Jahren objektiv nicht möglich gewesen, umfängliche Vermögenswerte aufzubauen, wie sie im Westen des Landes über 70 Jahre entstanden. Deshalb sei es wichtig, dass auch Menschen von anderswo, die vielleicht ihre Wurzeln in MV haben, gewonnen werden, um sich im Land mit ihrem Kapital einzubringen. "Eine Zivilgesellschaft braucht Menschen, die uneigennützig Gutes tun. Wir müssen es ihnen erleichtern, zu uns zu kommen." Mehr gesellschaftliche Wertschätzung für gemeinnütziges Stiften sei nötig.

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