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Gesellschaft - Magdeburg:122 000 Mundschutze für Sachsen-Anhalt: Keine Tragepflicht

Corona
Medizinischer Mundschutz in einer Apotheke. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt rechnet in den kommenden Tagen mit dem Eingang von rund 122 000 neuen Masken zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus. 100 000 davon würde die Volksrepublik China zur Verfügung stellen, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Dienstag in Magdeburg. Er kenne den chinesischen Vizepräsidenten Wang Qishan persönlich und habe sich für die Lieferung eingesetzt, sagte der Regierungschef.

Darüber hinaus habe die Zellstoff-Firma Mercer Stendal 22 000 Mundschutze produziert, die auch in Kürze eintreffen sollten. Das Land müsse jeweils nur für den Transport aufkommen, die Masken selbst kosteten das Land nichts, sagte Haseloff.

Eine Mundschutz-Pflicht, wie sie etwa die Stadt Jena angekündigt hat, soll es in Sachsen-Anhalt zunächst nicht geben. "Eine Mundschutz-Pflicht kann man als Staat nur erheben, wenn man auch die materiellen Voraussetzungen dafür hat", sagte Haseloff.

Sachsen-Anhalt konzentriere sich darauf, medizinisches- und Pflegepersonal und andere, die mit Infizierten in Kontakt kommen könnten, mit den wenigen vorhandenen Schutzmasken auszustatten. Dennoch sei das Tragen eines Mundschutzes gut zum eigenen Schutz und dem Schutz anderer. Selbst hergestellte Mundschutze seien auch eine Alternative, sagte der Ministerpräsident.

Die Schutzmasken waren in den vergangenen Wochen vielerorts knapp geworden. Einige Händler boten die begehrten Masken daraufhin zu exorbitanten Preisen im Internet an. Kritiker sagen, dass der Versorgungsengpass auch darauf zurückzuführen sei, dass Europa die Produktion solcher medizinischen Ausrüstung in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr nach Asien ausgelagert und nun keinen Zugriff mehr auf die Produktionsstätten habe.

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