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Gesellschaft - Jena:Jenaer Ex-OB nach Stiftungskündigung: Ich bin kein Antisemit

Jena/Lindau (dpa/th) - Der frühere Jenaer Oberbürgermeister Albrecht Schröter hält seine Kündigung als Geschäftsführer bei der "Stiftung Friedensdialog der Weltreligionen und Zivilgesellschaft" für ungerechtfertigt. "Ich habe zu keiner Zeit meine Neutralitätspflicht als Geschäftsführer verletzt", sagte Schröter am Freitag auf dpa-Anfrage. Dem SPD-Politiker war laut Stiftung wegen Differenzen zu unterschiedlichen Fragen bereits im Herbst vergangenen Jahres gekündigt worden. Schröter hatte dagegen geklagt. Das Verfahren endete mit einem Vergleich.

Schröter sieht sich nach eigenen Worten wegen seiner kritischen Haltung zur israelischen Siedlungspolitik seit Jahren Angriffen vor allem im Netz ausgesetzt. "Ich bin kein Antisemit", sagte er. "Ich fühle mich den Menschen in Israel und in Palästina verbunden und werde mich auch künftig für einen gerechten Frieden im Nahen Osten einsetzen."

Der neue Geschäftsführer der Stiftung mit Sitz in Lindau, Ulrich Schneider, hatte erklärt, Äußerungen, wie sie Schröter zugeschrieben würden, liefen dem Sinn und Zweck der Stiftung und dem Ziel des Projekts zuwider. Die Stiftung richtet als Träger die 10. Weltkonferenz von "Religions for Peace" aus, zu der vom 19. bis zum 23. August dieses Jahres rund 1000 Teilnehmer in Lindau erwartet werden.

Über die Kündigung hatte zunächst die "Jerusalem Post" in einem Online-Beitrag berichtet, der dann von der "Ostthüringer Zeitung" aufgegriffen wurde. Schröter war bis 2018 Oberbürgermeister in Jena.