Geschmacklose McQueen-Dekoration:Zu weit gegangen

Ein britisches Kaufhaus muss zurzeit starke Kritiken einstecken: Die Dekorateure hatten bei einem Kleid des verstorbenen Designers Alexander McQueen ziemlich daneben gegriffen.

Wer den Tod des bekannten britischen Designers Alexander McQueen noch im Gedächtnis hat, dürften schockiert gewesen sein: Die Dekorateure des Kaufhauses "selfridge" in Manchester hatten eine Kreation des Stardesigners präsentiert - am Galgen hängend.

CAMPBELL MCQUEEN

Alexander McQueen zählt neben Vivienne Westwood zu den bedeutendsten englischen Designern seiner Zeit. Auch Supermodel Naomi Campell ist großer Fan seiner Kollektionen.

(Foto: ag.ap)

Ein Kleid am Galgen: Normalerweise würde das den meisten Kennern der Modeszene nicht einmal ein müdes Lächeln entlocken - hätte sich der Modemacher nicht erst im vergangenen Februar in seinem Haus in London erhängt.

Alexander McQueen, der mit seinen Kollektionen stets für Aufregung sorgte, hatte einen Tag vor der Beerdigung seiner Mutter in seinem Haus Selbstmord begangen. Seinem Psychiater zufolge litt der damals 40-Jährige schon seit längerem unter Depressionen und Angstgefühlen, durch der Verlust seiner geliebten Mutter brach für ihn sein Leben entgültig zusammen. Sein Tod hatte in der Modewelt für Entsetzen gesorgt - sprachlose Freunde wie Kate Moss, Naomi Campell und Stella McCartney kamen zur Trauerfeier.

Das Management des bekannten Kaufhauses hat sich mittlerweile für seine geschmacklose Fensterdekoration entschuldigt. Es musste die Schaufensterdekoration entfernen, nachdem zahlreiche Passanten Beschwerde eingereicht hatten. Laut der Online-Ausgabe der britischen The Sun ließ das Kaufhaus folgende Erklärung abgeben: "Wir hatten nicht die Absicht, eine Verbindung zu seinem Tod herzustellen. Es war ein Fehler, der ohne Hintergedanken passiert ist." Man habe weder eine Kontroverse auszulösen noch Leute verstören wollen.

Der Galgen bestand aus Holzstücken und Metallstangen, die mit roten Fäden umwickelt waren. Am Ende des Galgens hing ein Lampenschirm, an dem sich das Kleidungsstück befand. Der Lampenschirm wirkte wie ein Kopf, das Kleidungsstück wie der Körper eines Menschen. Falls das Kaufhaus sich durch seine Aktion mediale Aufmerksamkeit versprochen hatte, so ist die Maßnahme definitiv in die falsche Richtung losgegangen.

Das Modeunternehmen Alexander McQueen wird seit dem Tod des Gründers von seiner rechten Hand Sarah Burton geleitet. Burton war über 16 Jahre lang die Stellvertreterin McQueens. So schaffte sie es auch die letzte, zur Hälfte fertig gestellte Kolelktion des Designers, einen Monat nach seinem Selbstmord bei der Fashion Week in London zu präsentieren. Bis jetzt hat Sarah Burton offenbar alles richtig gemacht - ganz im Sinne des verstorbenen Designers.

© sueddeutsche.de/fris
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