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Rollenklischees:Fahren Frauen anders als Männer?

Betty Compson am Steuer eines Autos, 1921

US-Filmstar Betty Compson 1921 bei Dreharbeiten - zu einer Zeit, als Frauen am Steuer noch als ungewöhnlich galten.

(Foto: Scherl/Süddeutsche Zeitung Photo)

Als sich die ersten Frauen vor etwa hundert Jahren ihren Platz am Lenkrad eroberten, wurden sie belächelt und bestaunt, so manches Klischee hält sich allerdings bis heute. Wieso sind gerade diese Rollenvorstellungen so hartnäckig?

Essay von Gerhard Matzig

Sie heißt Eva, was die Szene bibelfest ausleuchtet. In diesem Fall, wir befinden uns im Berlin des Jahres 1959 und in einer echten Autoschlüsselszene des TV-Mehrteilers "Ku'damm 59", ist die Schlange, die Eva vom Baum der Erkenntnis regelwidrig naschen lässt, ein Auto. Wobei sich die satanische, staatszersetzende, sittlich verwerfliche Vorstellung, Frauen sollten gleichberechtigt und daher sogar im Besitz eines Führerscheins sein, sozusagen im Handschuhfach der Nachkriegsära befindet. Das Handschuhfach im Auto war einmal ein rein männliches Hoheitsgebiet. Es stammt aus jener Frühzeit, da die ersten Automobile weder ein festes Dach noch eine Heizung hatten. Frauen waren darin im Idealfall halb bekleidete Kühlerfiguren.

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