Es war noch früher Morgen, etwa halb acht, als am 28. Januar 1917 eine Straßenbahn an der Santa-Fe-Brücke hielt. Einmal quer über den Rio Grande führt sie, von Ciudad Juárez in Mexiko nach El Paso, Texas. Heute, 100 Jahre später, ist der Grenzübertritt einer der meistfrequentierten der Welt. Doch auch 1917 gab es schon viel Verkehr. Der kleine elektrische Trambahnwaggon, dessen Schienen über die Brücke führten, war jedenfalls gut besetzt: Mexikaner auf dem Weg zur Arbeit, darunter viele Frauen, die Anstellung gefunden hatten bei einer der wohlsituierten US-amerikanischen Familien auf der anderen Seite der Grenze in El Paso.
HistorieDer Aufstand der Carmelita Torres
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Migration über die mexikanisch-amerikanische Grenze ist eines der großen Themen im US-Wahlkampf – und hat eine lange, beklemmende Vorgeschichte.
Von Christoph Gurk, Buenos Aires
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