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Gebräuchliche Impfungen:Haemophilus influenzae Typ b-Impfung

Die inaktivierte Zuckerkapsel der Hib-Bakterien taugt nicht recht für eine Impfung, da sie in der Risikogruppe der unter 18 Monate alten Babys praktisch keine Immunantwort auslöst. Deshalb wird die Hib-Kapsel mit "starken Antigenen" gekoppelt. Je nach Träger unterscheidet sich die Wirksamkeit des Impfstoffes beträchtlich. Einige Präparate bieten erst nach der zweiten Impfung ausreichende Immunität.

Erreger und Krankheitsbild

Haemophilus influenzae ist ein Kokkobazillus, der 1892 bei seiner Entdeckung für den Erreger der Grippe gehalten wurde. Deshalb der Name. Dass die Influenza von Viren und nicht von Bakterien ausgelöst wird, stellte sich erst später heraus.

Je nach Ausstattung mit diversen Enzymen wird Haemophilus influenzae in sieben Gruppen eingeteilt. Die Bakterien bilden eine Kapsel, die je nach Zuckergehalt und Art wieder in sechs Gruppen zerfällt. Gesunde Kinder können manchmal mehrere Typen gleichzeitig beherbergen.

Fast alle Erkrankungen bei Kindern werden durch den Typ Haemophilus influenzae Typ b (Hib) ausgelöst. Die schwerwiegendsten Verläufe einer Infektion führen zu Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder Kehldeckelentzündung (Epiglottitis). Die Sterblichkeit liegt dann zwischen 5 und 25 Prozent. Rachen- und Mittelohrentzündung begleiten fast jede Hib-Infektion.

Wirkprinzip der Impfung

Die inaktivierte Zuckerkapsel der Hib-Bakterien taugt nicht recht für eine Impfung, da sie in der Risikogruppe der unter 18 Monate alten Babys praktisch keine Immunantwort auslöst. Deshalb wird die Hib-Kapsel mit "starken Antigenen" gekoppelt. Diese Trägereiweiße stammen nun entweder vom Diphtherietoxin, dem Tetanustoxoid oder anderen Bakterienstämmen. Je nach Träger unterscheidet sich die Wirksamkeit des Impfstoffes beträchtlich. Einige Präparate bieten erst nach der zweiten Impfung ausreichende Immunität. Als Schutzdauer nimmt man einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren an. Die Schutzwirkung wird bei allen freigegebenen Impfstoffen mit 95 Prozent angegeben.

Die Impfung erfolgt im Rahmen der 6-fach-Impfung ab dem zweiten Lebensmonat. Für Kinder ab einem Alter von 5 Jahren wird eine Haemophilus Typ b-Impfung nicht mehr erforderlich erachtet.

Gegenanzeigen, Nebenwirkungen

Der Hib-Impfstoff ist gut verträglich. Nur in 1 bis 2 Prozent treten lokale Rötungen und Schwellungen an der Impfstelle auf. Hohes Fieber, Erbrechen und Apathie sind selten. Ernste Komplikationen und bleibende Schäden sind bisher noch nicht beobachtet worden.

Experten: Univ. Prof. Dr. med. Herwig Kollaritsch (Tropenmedizin, Reisemedizin, Impfwesen), Dr. med. Gert Vetter (Allgemeinmedizin)