Was ich auf das Schild geschrieben hatte, weiß ich nicht mehr genau. Wahrscheinlich „procuro ingresso“, suche Ticket, vermutlich nicht einmal in astreinem Portugiesisch. Aber wenn man eineinhalb Stunden vor Anpfiff eines EM-Spiels mit einem Stück Pappe vor dem Stadion steht, wird man auch so verstanden. Es war der 20. Juni 2004, letztes Spiel der Gruppe A, Portugal gegen Spanien, Estádio José Alvalade in Lissabon. Ich zahlte 50 Euro. „Dynamic Pricing“ existierte damals noch nicht. Bei einer Gruppe von drei Freunden war einer kurzfristig krank geworden, und nun hatten sie eine Karte übrig. Ich musste ihnen lediglich versprechen, dass ich für Portugal sein würde. Ich hätte ihnen auch hoch und heilig geschworen, mein erstes Kind Cristiano zu taufen, um einmal live bei einem Turnier dabei zu sein.
Fußball-WMRuhe auf den teuren Plätzen
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Was bedeutet es für die Stimmung im Stadion, wenn bei der Fußball-WM kaum noch echte Fans auf den Tribünen sitzen? Unsere Autorin weiß, was dabei alles verloren gehen kann.
Essay von Silke Wichert
