Fotoprojekt zu Notfallrucksäcken:Packen für die Apokalypse

Was tun, wenn die Welt untergeht? Eine Fotografin hat die Rucksäcke von Amerikanern fotografiert, die bestens auf das nächste Erdbeben oder die Apokalypse vorbereitet sind.

Von Kathrin Stein

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(Foto: Allison Stewart)

Millionen von Amerikanern, die sich selbst "Prepper" nennen und vorbereitet sind - auf das nächste Erdbeben, die Apokalypse, auf alles. Mit ihren sogenannten Bug Out Bags (deutsch: Notfallrucksäcke) können sie für einige Tage oder sogar Wochen überleben. Seit den Terroranschlägen von 9/11 bekam die Prepper-Bewegung, die in den USA während des Bürgerkriegs im 19. Jahrhundert entstand, großen Zuwachs. Heute kann man sogar fertig gepackte Fluchtrucksäcke online bestellen. Die Fotografin Allison Stewart hat den Inhalt von 30 solcher Rucksäcke fotografiert und festgestellt: Für eine Apokalypse packt jeder anders. Diese Notfalltasche beinhaltet beispielsweise auch eine Zange und ein Seil. Hoffentlich kann der Besitzer so gut basteln wie Agent MacGyver.

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(Foto: Allison Stewart)

Die lebensnotwendigen Dinge, die eigentlich jeder der Rucksäcke beinhaltet, sind Essen, Wasser und ein Erste Hilfe-Kit. Einige packen aber auch Gasmasken, Werkzeug und sogar etwas zum Feuer machen ein. Der Besitzer dieses Rucksackes wollte anscheinend absolut sichergehen, dass es auch seiner Katze im Falle der Fälle gut geht. Er hat alles eingepackt, was das Haustier braucht - sogar Spielbälle und eine Handschaufel, wenn die Katze mal muss.

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(Foto: Allison Stewart)

Fotografin Stewart selbst hat auch einen Notfallrucksack - der sei aber etwas unordentlich und befinde sich auch nicht in ihrem Auto, wo er sein sollte. Sie wuchs an der Golfküste auf, wo jeder auf die nächste Naturkatastrophe vorbereitet sein muss. Seit dem Hurrikan "Katrina" im Jahr 2005 weiß sie, dass man sich auf niemand anderen als sich selbst verlassen kann. "Während Katrina habe ich das Vertrauen verloren, dass unsere Regierung uns in einer Katastrophe retten kann", sagt Stewart. "Die FEMA (Federal Emergency Management Agency), also die zuständige amerikanische Organisation im Falle einer Katastrophe, hat damals in New Orleans total versagt", sagt sie in einem Interview.

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(Foto: Allison Stewart)

Das Projekt "Bug Out Bag" begann dann vor etwa einem Jahr mit Leuten, die sie kannte, später suchte sie auch Freiwillige im Internet. Ab dann war es die Mund-zu-Mund-Propaganda, die ihr ständig neue Fotomodelle bescherte. Die Bilder sollen allerdings für sich sprechen - über die Besitzer der Rucksäcke erfährt man höchstens den Vornamen. Und eben, was sie eingepackt haben: Dieser Rucksack beinhaltet neben nützlichen Dingen wie Walkie Talkies, Taschenmesser und einem Survival Guide auch etwas gegen Langweile: Rotwein und ein Kartenspiel.

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(Foto: Allison Stewart)

Einige haben auch Waffen eingepackt. Ist es nicht gefährlich sich mit Leuten zu treffen, die sich mit Pistolen und Messern verteidigen wollen? "Ich war mehr damit beschäftigt, mich mit den Leuten zu unterhalten, als das Gefühl zu haben in Lebensgefahr zu schweben", sagt Stewart in einem Interview.

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(Foto: Allison Stewart)

Vielleicht entspringt ihre Faszination für Überlebensrucksäcke auch der Tatsache, dass sich Stewart generell für Menschen interessiert, die etwas Besonderes tun. Dies zeigen auch ihre anderen Fotoprojekte, bei denen sie zum Beispiel jene begleitet, die den amerikanischen Bürgerkrieg Woche für Woche nachstellen.

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(Foto: Allison Stewart)

Dieses Exemplar ist wohl eher eine Überlebensschachtel. Die Besitzerin hat Hygiene-Artikel, Taschenlampen und Batterien eingepackt, um nach einem Erdbeben zu überleben. Das Projekt "Bug Out Bags" ist noch nicht vorbei. Alle, die auch einen gepackten Überlebensrucksack im Schrank haben, können sich bei Stewart über ihre Webseite melden, um ihn fotografieren zu lassen.

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(Foto: Allison Stewart)

Überraschen kann die Fotografin aber nichts mehr. Sie hat schließlich auch schon einen Rucksack gesehen, der ausschließlich zwei Dinge beinhaltete: Tequila und Schlafmittel. So kann die Apokalypse kommen.

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