Fotografie: Paul Ripke Selfie ist der Mann

Paul Ripke ist der deutsche Fotograf der Stunde. Er lichtet die Nationalmannschaft, Rapper und Show-Stars ab, dabei hat er den Job nicht mal gelernt.

Fast 120 Minuten lang hat der Paul den Paolo bequatscht. Hat ihm erzählt von seinen Besuchen in Rocinha, der Favela in Rio. Von seinen Wünschen und Ängsten. Und von seinen Bildern. Dann stürmt er an ihm vorbei aufs Spielfeld, zu Schweini und Jogi, zu den Weltmeistern. Zu den Fotos seines Lebens. Als einziger Fotograf illegal im Innenraum, auf dem Rasen des Stadions von Rio. Paolo, der brasilianische Ordner, hält ihn nicht auf. "Der kannte die Namen meiner Kinder. Und ich die von seinen", sagt der Paul. "Dann schmeißt man jemanden nicht aus seinem Traum."

So funktioniert Paul Ripke, 35, der Fotograf, der Unternehmer, das Original: Quatschen, knipsen. Geben, nehmen. Leute für sich gewinnen, von Leuten profitieren. Und nebenher das Unmögliche schaffen. Momentan ist der gebürtige Heidelberger einer der begehrtesten Fotografen Deutschlands. Er macht die Coolen und Schönen besonders schön und cool. Lena Gercke, Joko Winterscheidt, Mario Götze? Der Paul. Die Toten Hosen, Marteria, Jérôme Boateng? Der Paul. Jérôme für Hugo Boss, für Nike, für Bayern, für Jérôme selbst? Der Paul. Wie genau macht der das? Siegt hier gutes Karma? Authentizität? Oder doch nur große Klappe?

Bild: Paul Ripke 26. März 2016, 10:282016-03-26 10:28:44 © SZ vom 26.3.2016/feko