bedeckt München 16°

Fit durch den Winter:Kalte Füße: Abhärten hilft

Wer ständig kalte Füße hat, kann gezielt dagegen angehen. Denn die sogenannte Thermoregulation lässt sich trainieren.

Kalte Füße sind nicht besorgniserregend, solange sie nicht mit Schmerzen einhergehen - das sagt Wolfgang Wesiack, Facharzt für Innere Medizin.

Kalte Füße - Socken helfen kurzfristig; iStock

Socken helfen kurzfristig - aber wer generell warme Füße haben will, kann sich anders helfen.

(Foto: Foto: iStock)

Vielmehr sind kalte Füße eine natürliche Reaktion des Körpers auf niedrigeTemperaturen: "Wenn es draußen kalt ist, muss der Körper zusehen, dass er seine Kerntemperatur aufrechterhält", sagt Wesiack.

Diese sogenannte Thermoregulation ist überlebenswichtig. Dafür ziehen sich die Gefäße zusammen, die weit entfernt von den lebenswichtigen Organen verlaufen. In der Folge fließt weniger warmes Blut durch Füße und Hände. "So bleibt bei den zentralen Organen die Temperatur erhalten", erklärt Wesiack, der auch Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten ist.

Die Thermoregulation kann man allerdings gezielt trainieren: Wer kalten Füßen vorbeugen will, sollte seinen Körper rechtzeitig abhärten - zum Beispiel durch regelmäßige Saunagänge oder Warm-kalt-Wechselbäder. "Sie sind sinnvoll, weil dadurch die Thermoregulation trainiert wird", sagte Wesiack.

Allerdings braucht das Zeit: Wer jetzt erst damit anfängt, sei zu spät dran. Von neuerdings erhältlichen wärmenden Fußcremes hält der Mediziner nichts: Hier laufe wie bei Thermopflastern lediglich ein chemischer Prozess ab, der Wärme freisetzt.

Wer sich die Wärme von Innen zuführen will, sollte nicht zum Glühwein greifen, sondern zu Tee: Denn Alkohol erweitert zwar die Gefäße. Aber er verändert auch die Thermoregulation und kann im Freien so schlimmstenfalls zum Erfrieren führen.

Sind die kalten Füße mit Schmerzen verbunden, rät Wesiack zum Arztbesuch. Nehmen die Beschwerden beim Gehen zu, sei das ein weiteres Warnsignal. Womöglich handelt es sich um eine arterielle Durchblutungsstörung - es gelangt nicht mehr genug Sauerstoff in die Beine. Die Ursache kann dem Mediziner zufolge eine Gefäßerkrankung wie Arteriosklerose, Bluthochdruck oder Diabetes sein. Auch Nervenschäden durch eine Polyneuropathie sind denkbar.

© sueddeutsche.de/dpa/bilu/pfau

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite