Fehler eingestehen:Alles Deine Schuld

Lesezeit: 6 min

Illustration: Marc Herold (Foto: N/A)

Niemand will zugeben, etwas verbockt zu haben: Das Problem sind die Verhältnisse, die Kindheit, die Anderen. Warum es befreit, sich und seiner Umwelt die eigene Schuld auch mal einzugestehen.

Von Matthias Drobinski

Es gibt einen kurzen Satz, der sagt sich schwerer als: "Ich liebe dich." In der schwebenden Euphorie des Augenblicks fällt es leicht, "Ich liebe dich" zu sagen, manchmal sogar zu leicht. Der andere Satz, obwohl noch kürzer, liegt erst im Magen wie zu viel fettiges Essen. Dann steckt er als Kloß im Halse fest, im Mund lähmt er Zunge, Lippen, Gaumen. Er wehrt sich bis zuletzt dagegen, gesagt zu werden. Der kurze Satz heißt: Ich war's. Alternativ: Ich bin schuld, ich hab's verbockt, bin verantwortlich. Ich bekenne.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: