Familienrichterin Isabell Götz "Kinder kriegen alle Spannungen mit"

"Manchmal wird zu lange versucht, ein Vergleich zu erreichen", meint Familienrichterin Isabell Götz.

(Foto: Natalie Neomi Isser)

Was können Eltern tun, um eine Trennung für die Kleinen weniger schmerzhaft zu machen? Die Familienrichterin Isabell Götz über Streit, übertriebene Fürsorge und was Kinder brauchen und wollen.

Von Ann-Kathrin Eckardt

Die Vorsitzende Richterin des Familiensenats empfängt in ihrem Büro im Münchner Oberlandesgericht. Es ist nüchtern eingerichtet, nur auf einem Sideboard stehen Spielzeugautos. Die 60-Jährige entscheidet besonders konfliktreiche Familienstreitigkeiten. Götz bittet an den runden Besprechungstisch. Darunter entdeckt sie einen weißen Fleck. Es sind die getrockneten Fetzen eines Taschentuchs.

Isabell Götz (schaut unter den Tisch, zeigt auf den weißen Fleck): Der ist wohl von der letzten Kindesanhörung.

SZ: Weinen Kinder oft bei Ihnen?

Nein, eigentlich nicht. Was mich immer wieder erstaunt, ...