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"Familie und andere Turbulenzen":Warum der Sommer mit Kindern wunderbar ist

Familien-Kolumne

Drinnen statt draußen? Nur schnell fürs Familienfoto, es ist Sommer!

(Foto: Stephanie Wunderlich)

Freibäder sind erträglicher, wenn sie leer sind - oder der Nachwuchs dabei ist. Auch Tage am Strand, Sommerfeste und sogar die Jagd auf Mücken machen mit Kindern mehr Spaß. Gerade dann, wenn etwas anders läuft als geplant.

Sommer an sich ist für viele Menschen eine der schönsten Jahreszeiten, wenn nicht die beste überhaupt: endlich Licht, Hitze und lange Abende, denen man nicht anmerkt, dass längst die Nacht da ist. Sogar der Regen ist wärmer - oder trocknet zumindest schneller. So schön der Sommer für alle ist - mit Kindern macht manches noch mehr Spaß (außer Sie wollen in Ruhe ein Buch auf der Liege lesen). Wer kein Kind hat, hat bestimmt Freunde und Verwandte, die ihren Nachwuchs gerne für einen Nachmittag verleihen (um sich dann endlich mit einem Buch auf die Liege zu verziehen). Dinge, die im Sommer mit Kindern wunderbar sind:

Eis essen

Natürlich ist das auch ohne Nachwuchs ein Genuss, aber weniger hemmungslos. Es macht einfach Spaß, den Kleinen zuzusehen, die sich erst nicht zwischen zwanzig Sorten entscheiden können (nur der Eisverkäufer findet das nicht witzig) und dann in einen Wettkampf mit der Hitze treten: Schlecke ich schneller als das Eis schmilzt? Meist gewinnt die Hitze. Außer, das Kind beißt unten die Waffel auf und saugt unermüdlich - so lange, bis die Kugel schließlich aufgibt und mit einem satten "Blobb" nach unten rutscht.

Das könnte schiefgehen: Sie verlieren Ihren Humor angesichts des Naturgesetzes, dass selbst die kleinste Menge Eis das Potenzial hat, sich im ganzen Kindergesicht zu verteilen und dann immer noch genug übrig ist, um die Kleider zu versauen. Die ganze Kleidung. Von oben bis unten.

Die Lösung: Seien Sie ehrlich: Wann hat Schimpfen schon mal gegen ein Naturgesetz geholfen?

Freibäder

Eigentlich sind diese ohne Kinder gar nicht zu ertragen, außer für eine kurze Abkühlung nach Feierabend, wenn man gegen Ende des Tages wieder ohne Handtuch-Hürdenlauf zum Schwimmbecken kommt. Mit Kindern hingegen hat man selbst im kleinsten Becken Spaß, weil ihre Liebe zu Wasser keine Grenzen kennt und höchst ansteckend ist. Erst recht auf den Wasserrutschen, auf denen man sich mit Nachwuchs endlich laut juchzend bewegen kann, ohne schräg angeschaut zu werden.

Das könnte schiefgehen: Ihre Kinder kreischen so laut, wenn Sie in Ihrer Rolle als "Hai/Krokodil/Unterwassermonster" heranschwimmen, dass Sie ein lautes Pfeifen im Ohr durch den Abend begleitet.

Die Lösung: Tauchen und unter Wasser anpirschen.

In den Urlaub fahren

Damit meinen wir nicht die Fahrt an sich, welche eine der großen Herausforderungen für den Familienfrieden ist. Sondern das Entdecken eines anderen Landes oder auch des eigenen, mit fremden Sprachen und Dialekten ("Mama, das Kind da spricht ganz komisch, aber ich glaube, es ist deutsch. Irgendwie."). Eltern lernen dabei von ihren Kindern, dass man sich auch in einer windschiefen Hütte, die bei der Online-Buchung etwas gerader ausgesehen hatte, wie zu Hause fühlen kann. Oder zumindest wie im Abenteuerurlaub.

Das könnte schiefgehen: Ihre Kinder finden, Sonnencreme passt nicht zum Abenteuerurlaub.

Die Lösung: Die Creme erhält ihre eigene Rolle im "Wir-machen-entspannt-und-friedlich-gemeinsam-Ferien-Drehbuch" - als magische Tarncreme. Nur mit dieser können die fiesen Sonnenpiraten die Kinder nicht entdecken.

Familien-Kolumne Die Wahrheit über Urlaub mit Kindern
Kolumne "Familie und andere Turbulenzen"

Die Wahrheit über Urlaub mit Kindern

Es soll die schönste Zeit im Jahr sein, auch für Familien. Doch manchmal werden Eltern nach dem Urlaub ein wenig neidisch, wenn sie von den Abenteuern der Alleinreisenden erfahren. Dabei könnten sie da locker mithalten - erzählen aber nicht immer die ganze Wahrheit.   Eine Übersetzung von Katja Schnitzler

Tage am Strand

Wären Sie allein am Strand, würden Sie sich wegen akuter Hitzetiefenentspannung vielleicht gar nicht vom Handtuch erheben. Was Sie dann verpassen: Muscheln suchen für Muschelketten (machen Sie sich das Leben nicht schwer und akzeptieren Sie nur Fundstücke, die bereits ein geeignetes Loch haben), Treibholz-Raten (sieht das nicht aus wie eine hölzerne Meerjungfrau?), Wellen-Wetthüpfen (wer zuerst an den Strand gespült wird, hat verloren) und natürlich den Klassiker: Sandburgen-Bauen (falls das in Ihrer Bucht verboten ist, müssen Sie eben Muschelbilder legen).

Das könnte schiefgehen: Die Kinder graben Sie im Sand ein. Und gehen.

Die Lösung: Ist leider nicht in Sicht. Halten Sie durch, spätestens auf dem Nachhauseweg wird Ihr Fehlen bemerkt. Hoffentlich.