Süddeutsche Zeitung

Familien-Newsletter:Wann nervt die Großelternrolle?

Lesezeit: 2 min

Und wann ist sie wunderschön? Über eine Perspektive, die oft zu kurz kommt.

Von Elisa Britzelmeier

Dieser Text stammt aus dem Familien-Newsletter der Süddeutschen Zeitung, der jeden Freitagabend verschickt wird. Hier können Sie ihn abonnieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,

vielleicht kennen Sie diese Haltung gegenüber Großeltern, die man in der aktuellen Generation von Baby- und Kleinkindeltern häufig antrifft. Mir ist sie gerade wieder beim Stand-up-Comedian Ivan Decker begegnet. Wer Oma oder Opa wird, sagt er, benimmt sich wie jemand, der von einer Firma wieder angestellt wird, für die er 35 Jahre nicht gearbeitet hat - und der beschließt, keinerlei Fortbildung zu brauchen.

Das ist natürlich lustig, weil es größtenteils wahr ist (Decker, selbst 38, erzählt dann von antiquierten Erziehungsmethoden, die die Begriffe "Walknochenbürste", "Decke in den Mund" und "Zahnungs-Rum" enthalten). Es ist aber zugleich ein extrem verkürztes Bild. Denn auch wenn die Großeltern gefühlt alles besser wissen, sich in alles einmischen und nichts dazulernen wollen, auch wenn einige Mütter und Väter erst einmal Zeit brauchen, bis sie sich mit den eigenen Eltern in der neuen Rolle zurecht geruckelt haben - irgendwann überwiegt bei vielen dann doch die Dankbarkeit dafür, wenn da noch jemand ist, der sich um die Kinder kümmert.

Woran es liegt, dass es beim Thema Erziehung zwischen den Generationen oft knallt, darüber hat unsere Autorin Lisa Harmann vor einer Weile diesen Artikel geschrieben. Darin geht es unter anderem ums Stillen, um Beikost und um das Familienbett, denn in diesen Punkten gehen viele Baby- und Kleinkindeltern von heute ganz andere Wege als ihre eigenen Eltern.

Was bei dem Thema jedoch häufig zu kurz kommt, ist die Perspektive der Großeltern. Sind sie tatsächlich nicht interessiert an zeitgemäßer Pädagogik? Traut sich wirklich jeder Opa, dem eigenen Kind und Schwiegerkind die Meinung zu sagen? Und was ist eigentlich, wenn man gar nicht Oma sein möchte?

Andersherum kann es auch sein, dass man gerne Oma ist - aber das Enkelkind seit Jahren nicht sieht. Über eine Frau, der es so geht, hat mein Kollege Marcel Laskus vor ein paar Monaten geschrieben, ich empfehle Ihnen den Text sehr.

Aktuell planen wir einen Artikel, für den wir an Ihren Erfahrungen als Großeltern interessiert sind, liebe Leserin, lieber Leser. Wie sehr bringen Sie sich ein? Wann fühlen Sie sich als Oma oder Opa willkommen - und wann überhaupt nicht? In welchen Momenten nervt Sie Ihre Großelternrolle? Ich freue mich, wenn Sie mir schreiben.

Ein schönes Wochenende wünscht

Elisa Britzelmeier

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