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Corona-Auszeit:Tipps für Familien

Jeden Tag kommen hier drei neue Tipps dazu - aus technischen Gründen leider immer unten, nicht oben. Wer also schon mal hier war: einfach runter scrollen!

Bewegen

Sieht aus wie eine Mischung aus Twister und Sprintstart, ist in Wahrheit aber eher ein nachgeholter Osterspaziergang. Im Wohnzimmer. Hand- und Fußabdrücke auf Papier stempeln (geht mit Wasserfarben, unterhalb der Zehen kitzelt es am meisten). Dann immer drei in eine Reihe legen. Am lustigsten ist es, den anderen beim Denken und sich Verknoten zuzusehen.

Foto: GCA

Hören

Im Podcast "Reif ist live" fachsimpelt Sportjournalist Marcel Reif über Spielfeldrandfragen wie Manuel-Neuer-Gehälter oder Leroy-Sané-Transfergerüchte. Jedes Mal mit extra Quiz. Bei "Das allerletzte Interview" schleust sich eine Journalistin in die Rap-Szene und plant einen Mord. Der "Einschlafen-Podcast" ist eigentlich für Erwachsene. Bei Toby kann man aber super zusammen wegdämmern.

Buddeln

Blumen-Lust - aber alle Balkonkästen sind schon voll? In einer alten frei hängenden Teekanne bekommen die Blumen von allen Seiten Sonne ab. Oder: Was sonst für Ordnung überm Bett sorgen soll (diese Hängetaschen, die nie so richtig funktionieren), kannst du als Erdbeer-Balkonwand umbeeten: ordentlich viel Genuss für später. Oder: eine leere Milchtüte zum Kressetier am Fensterbrett aufmotzen. Einfach zwei Drittel abschneiden (Ohren kann man aussparen), Erde und Samen rein und Tüte entsprechend anmalen. Bald wachsen Kressehaare aus dem Schädel.

Foto: GCA

Vergessen

Ostereierfarben übrig? Macht nichts. Man kann anderes damit anstellen: Reis färben zum Beispiel. Oder Nudeln (Farbe einfach beim Kochen dazugeben) oder abgefahrene Cocktails erfinden (Achtung: wenn man zu viele Farben mischt, wird's irgendwann braun). Ostereierfarben dürfen nur für Lebensmittel zugelassene Farbstoffe enthalten. Aber natürlich kann man sich damit auch die Haare wüst färben (wächst ja wieder raus). Notfalls vorher am Haustier testen.

Versponnen

Eigentlich heißt dieses Spiel Bombenentschärfen, in Wahrheit ist es aber eine Art Ganzkörpermikado: Den Flur oder ein Zimmer im Zickzack mit Wollresten verspinnen. Stoppuhr bereitlegen. Wenn die Zeit läuft, muss sich einer den Weg durch das Wollgewirr bahnen, und zwar ohne dass die Schnüre wackeln. Wer schafft es am schnellsten? Besonders fies, wenn man das Ganze noch farbcodiert: Rote Schnüre etwa muss man untertunneln, bei grünen oben drüber.

(Foto: GCA)

Verändert

"Stadt, Land, Fluss" ist öde? Nicht mit neuen Kategorien! Da bringt man sogar Wörter wie Megavollpfosten unter (bei M, Kategorie "Schimpfwort") oder Wachstumsfugenlockerung (bei W, Kategorie "Sportverletzung") oder Videokonferenzbenehmen (Kategorie "Zukunftsschulfach"). Was sind deine Lieblingskategorien?

Umarmen

Kann man Umarmungen verschicken? Klaro. Vor vier Wochen haben wir schon einen Vorschlag gemacht. Hier kommt die Neuauflage: Hände mit ordentlich Wasserfarben einpinseln und wie einen Schmetterling, also Fingerspitzen nach außen, auf ein Blatt Papier drücken. Trocknen lassen, zuschneiden. Aufgedruckte Finger nach innen knicken, so dass etwa eine Postkarte innen Platz bleibt - für Umarmungsworte.

(Foto: GCA)

Kleben

Wenn uns Corona was gezeigt hat, dann das: Aufmunterung tut immer gut, auch in der eigenen Wohnung, zum Beispiel mit lustigen, geklebten Sprüchen aus Gaffa-Tape oder anderen bunten Klebebändern. Geht spurlos wieder ab und lässt sich jedem Tagesstimmungslevel anpassen. Die abgefahrensten Inspirationen gibt's bei der Klebebande oder "tape that"- einfach mal googeln. Was wäre dein aktueller Spruch?

(Foto: privat)

Flüstern

Dieses Spiel ist wie Flüsterpost, bloß mit Zettel und Stift: Jeder denkt sich einen sauschwierigen Begriff aus - Teigschaber zum Beispiel - und malt ihn oben auf ein Papier, gibt es an den nächsten weiter; der muss aufschreiben, was er da zu sehen meint. Lolli vielleicht. Dann knickt er das oben Gemalte weg: weitergeben, malen, knicken, schreiben ... Was kommt am Ende raus? Tischtennisschläger? Klobürste?

Schwitzen

Die sollen sich bloß alle trollen mit ihren Fitness-Challenges! Dieser Sport hier ist übersichtlich wie sein Name: TRT. Türrahmentraining. Macht Oberschenkelmuckis zu Brettern: Mit dem Rücken an die eine Seite des Türrahmens drücken, die Beine im rechten Winkel abstützen. Aushalten. Und den Bizeps zur Wunderkugel: Mit beiden Händen in eine Seite des Türrahmens greifen, Füße ran und im Rahmen hochklettern. Oder: Tür absperren und mit dem Rücken dransetzen. Hände genau dort aufsetzen, wo die ausgestreckten Beine enden. Dann mit den Füßen an der Tür hochlaufen, bis man ein umgedrehtes L bildet. Lass auch mal deine Eltern probieren. Wird lustig.

Tanzen

Vor mehr als einem halben Jahrtausend wütete die Pest in Europa, insgesamt sieben lange Jahre. Klar, dass sich erst mal niemand raustraute, als das Ende verkündet wurde. Ein paar junge Fassmacher zogen sich schick an, spielten Musik und tanzten dazu auf den Straßen: Alles ist wieder normal - und das wollten sie damit zeigen. Seitdem wird der Schäffler-Tanz, also der Tanz der Fassmacher, alle sieben Jahre aufgeführt, eine bayerische Tradition. Und natürlich überlegen die Tänzer, ob sie dieses Jahr einen extra Nach-Corona-Auftritt haben werden. Oder du erfindest einen ganz eigenen Befreiungstanz? Hast ja noch ein bisschen Zeit zum Üben.

Schauen

Nachtblick nach Nordost - jetzt ist die Chance, Harry Potters Brille am Sternenhimmel zu erspähen. Nicht immer nur Großer Wagen oder Kassiopeia. Lieber eigene Sternbilder finden. Das funktioniert wie bei Malen nach Zahlen: Man verbindet Punkte mit imaginären Linien und schaut, was rauskommt: die Merkel-Raute, ein gerolltes Handtuch, ein Kleeblatt? Für so was stehen die Sterne immer günstig. Die normalen Sternbilder kann man gut per Apps wie Sky View Lite suchen.

Gebrannt

So schmeckt Wiesn-Wehmut: 100 ml Wasser, 200 g Zucker, 200 g ungeschälte Mandeln, ein Päckchen Vanillezucker mit einem halben Teelöffel Zimt sprudelnd kochen lassen. Das Gemisch wird erst sirupartig, dann trocken, dann wieder flüssig. Vorsicht beim letzten Übergang. Sobald die Mandeln mit einer süßen Klebeschicht umhüllt sind, auf ein Backpapier geben. Verklebte Mandelzuckerhaufen mit einer Gabel trennen.

Getupft

Kringelingering: ein Kaffeebecher als Stempel ergibt tolle, knallfarbige Gutelaunemuster. Wenn man ein paar Butterbrottüten übrig hat, kann man die gebrannten Mandeln direkt reintun. Und aus einer Packpapierrolle wird, voilà, das nächste selbstgemachte Geschenkpapier.

(Foto: GCA)

Gewohnt

Einfach mal so tun als ob: Den Wecker auf halb sieben stellen, kurz auf Snooze, dann Ranzen packen, Müsli schlürfen, Zähne putzen, die anderen anranzen, weil sie im Weg stehen, über die Pausenbrotzeit motzen, Schuhe, Jacke an - und dann puh, viertel vor acht: einfach alles zurück und noch mal ins Bett kuscheln, Kapitel fertig lesen, und sich aufs zweite gemeinsame Frühstück freuen.

Vase im Gesicht

Dinge, die nicht zusammengehören und trotzdem passen. "Negative Space Art" nennt man das: Kunst mit dem, was übrig bleibt. Im Kopf umdenken, schon sieht man das zweite Bild, wie hier in dem Buch "Bittersweet" von Noma Bar (Knesebeck). Ein Kreis etwa kann Sonne oder Rad sein - oder ein Loch. Eine geschwungene Linie ein Gesicht - oder eine Vase. Mal selbst ausprobieren: Umriss malen, das Blatt drehen, ein zweites Auge einzeichnen ..

(Foto: Foto: GCA)

Gespenst mit Spüli

Abwasch nervt? Einfach ein Küchentuch ins Spüli-Wasser stippen und dann aufs Gesicht legen. Beim vorsichtigen Pusten kommt aus dem Stoff Schaum, mit Übung auch Seifenblasen raus. Sieht gruselig aus. Aber bitte nix schlucken!

Schwein am Telefon

Videochats werden auch langsam fad. Ein Bauernhof bietet deshalb an, Schweine und Kühe mit ins Gespräch zu schalten. Findet man im Netz. Wer keinen Termin kriegt, kann auch erst mal mit dem Wellensittich der Oma oder der Nachbarskatze facetimen.

Blumen werfen

Samenbomben wurden einst von japanischen Reisbauern erfunden. Dir egal? Lieber loslegen: Fein gesiebte Erde und Pflanzensamen im Verhältnis 5 zu 1 mischen, Wasser hinzufügen, bis ein zäher Teig entsteht. Tischtennisballgroße Kugeln zwei Tage trocknen lassen. Ab damit in die Welt! Perfekte Zeit dafür.

Maske auf

Es wurden schon Unterhosen, Partyhütchen und Leberkässcheiben zweckentfremdet - alles unter dem Motto "Maske auf". Da ja nun in einigen Bundesländern bald alle eine Maske tragen müssen, um in Supermärkten, Bahnen und Bussen andere zu schützen, denkt doch bitte auch an die, die sich selbst keine aufsetzen können: Kuscheltiere, Lego-Figuren, Puppenkinder. Wenn's alle machen, fühlt es sich für jeden einzelnen weniger komisch an. Wer bekommt als erstes eine aufgesetzt?

(Foto: Foto: GCA)

Brutal

Genervt von Mathehausis und Home-Office-Motzton? Führe (besser im Sitzen) die geballten Fäuste nacheinander hinter deinen Kopf, immer wieder. Jedes Mal pustest du fest durch den Mund aus. Steigere das Tempo, halte zwei Minuten durch. Ja, es wird brutal. Aber wütend bist du danach nur noch auf deinen Muskelkater.

Verdrehen

Es geht immer noch ein bisschen enger. Nehmt ein Handtuch und stellt die ganze Familie drauf. Die Herausforderung: Das Ding muss einmal komplett gewendet werden (danach solltet ihr also auf der Seite des Handtuchs stehen, die vorher unten war), ohne dass jemand den Boden berührt. Schafft ihr? Schafft ihr!

Vermissen

Solltest du dich tatsächlich auf die Schule gefreut haben, oder zumindest auf deine Banknachbarin oder den einen oder anderen Lehrer - das geht ja nun erst mal noch nicht. Aber nicht schlimm: Hol sie dir einfach nach Hause, ganz analog und ohne Videomeeting. Male sie so originalgetreu wie möglich von Haarspitze bis Knie, von Augenfarbe bis Lieblingshose in Originalgröße auf Pappe. Und setze sie beim Homeschooling neben dich. Abschreiben geht da natürlich nicht so gut.

(Foto: privat)

Verstecken

Dir fehlen deine Freunde? Die gemeinsamen Abenteuer? Lege heimlich eine Schatzsuche aus. Mit Fährten, Irrwegen und großem Schatz (Brief, Süßigkeiten, Lieblings-Tausch-T-Shirt). Den allerersten Hinweis schickst du als Nachricht ("Wo es sonst das beste Eis der Stadt gibt, findest du Hinweis zwei").

Virus-Wächter mimen

Wimmelbilderbücher anzuschauen ist zurzeit kaum auszuhalten: Diese vielen Menschen, so dicht beieinander, so sorglos. Mindestabstand! Maskenpflicht! Hilfe! Aber in jeder Wimmelgeschichte findet man Ausnahmen: den Bademeister hoch oben auf seinem Bademeisterstuhl, den Angler mutterseelenallein, die Sonnenanbeterin, verkapselt im Strandkorb. Eine neue Lesart.

Barbara nachmachen

Barbara ist eine Streetart-Künstlerin, die überall Verbotsschilder verfremdet und damit sofort gute Laune macht (@ich_bin_barbara). Wollen wir auch! Such dir die ätzendsten Schilder in deiner Umgebung oder solche, die gerade eh keinen Sinn machen und mach was Lustiges aus ihnen - notfalls nur für ein witziges Foto. Das musst ihr uns aber schicken, versprochen?

(Foto: Foto: GCA)
© SZ

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