Familie:Echter Familiensinn

Lesezeit: 20 min

Familie: Vier Kinder, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch für immer zusammengehören. Von links: Barrett (12), Anna Kate (17), Avi (6) und Bryce (10) Dooly.

Vier Kinder, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch für immer zusammengehören. Von links: Barrett (12), Anna Kate (17), Avi (6) und Bryce (10) Dooly.

(Foto: Philip Montgomery)

Unsere Autorin kam als Austauschschülerin nach Arkansas. Ihre weißen Gasteltern waren streng gläubig und hatten mit Schwarzen nichts zu tun. Jahre später erfährt sie, dass die Doolys ihre Kirchengemeinde verlassen und zwei schwarze Kinder adoptiert haben. Was ist passiert? Eine Entdeckungsreise

Von Rebekka Endler, SZ-Magazin

Es ist vier Uhr in der Nacht in Fort Smith, Arkansas. Mein ehemaliger Gastvater, Officer Steven Dooly, steht vor einem 24-Stunden-Kiosk und lacht ungläubig: "Waren wir wirklich mal so streng?" Im Laden habe ich mir einen Wodka-Energy-Drink gekauft. Nur um zu testen, ob ich Steven noch mit Alkohol schockieren kann. Nein. Ich erinnere ihn. Als ich im Jahr 2000 als Austauschschülerin hier war, verboten Steven und seine Frau Dustin mir sogar die Eierlikörpralinen, die an Ostern aus Deutschland kamen. Teufelszeug! Heute, sagt Steven, der aussieht wie ein angegrauter, freundlicher Bär, trinkt er gelegentlich abends ein Bier oder zwei. Natürlich nicht jetzt, er hat Nachtschicht. Wir setzen uns wieder in seinen Streifenwagen, lauschen dem Polizeifunk und schwelgen in Erinnerungen. Ein rostiger Pick-up rollt langsam über den Parkplatz. Am Fahrerhäuschen weht die Konföderiertenflagge, daneben eine Fahne mit einer "White-Power-Faust". "Gott erbarme sich seiner Seele", brummt Steven, "solche Idioten gibt es hier überall!"

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