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Familie - Düsseldorf:Zwei Jahre "Ehe für alle": Zahl der Trauungen konstant

Düsseldorf (dpa/lnw) - Zwei Jahre nach Einführung der "Ehe für alle" ist die Anfangseuphorie abgeebbt. Die Zahlen der Eheschließungen haben sich in Nordrhein-Westfalen nach Auskunft vieler Standesämter auf einem konstanten Niveau eingependelt. Seit dem 1. Oktober 2017 können schwule und lesbische Paare wie heterosexuelle offiziell heiraten.

So gab es in diesem Jahr zum Beispiel in Köln bis zum Stichtag 31. August 158 Eheschließungen. Im gesamten Jahr 2018 waren es den Angaben zufolge 261. In den ersten Monaten nach der offiziellen Einführung der "Ehe für alle" lagen die Zahlen dagegen wesentlich höher. Allein in Köln wurden im Zeitraum von 1. Oktober 2017 bis zum 31. August vergangenen Jahres 1056 gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen.

Bundesweit liegt der Anteil der gleichgeschlechtlichen Trauungen an allen Eheschließungen bei sieben Prozent für den Zeitraum seit der Einführung der Homo-Ehe, wie aus Daten des Statistischen Bundesamts hervorgeht.

Mit dem Meilenstein "Ehe für alle" habe sich aber nicht "alles erledigt", kritisiert der Lesben- und Schwulenverband (LSVD). So beklagt etwa der Verein "vielfältig e.V." in NRW, dass die Gesetzeslage der vielfältigen Familienkonstellation nicht gerecht werde. Bei Formularen in Behörden könne man beispielsweise weiterhin nur "Mutter" und "Vater" ankreuzen.