Etikettenschwindel bei Nutella:Schokocreme mit Vitaminen

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Nutella hat viel Fett und wenig Vitamine, das weiß jeder. Doch durch ein paar Tricks vermittelt das Etikett auf dem Nutellaglas den Eindruck, es sei genau umgekehrt. Damit ist nun Schluss.

Eigentlich sollte einem der gesunde Menschenverstand sagen, dass eine Schoko-Nuss-Creme nicht wirklich gesund sein kann. Dennoch fallen scheinbar noch immer genügend Verbraucher auf den Etikettenschwindel des italienischen Herstellers Ferrero herein und glauben tatsächlich, in Nutella würden besonders viele Vitamine stecken.

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Rund 640 Millionen Euro Umsatz macht Ferrero jährlich mit seinem Brotaufstrich - nicht zuletzt mithilfe prominenter Werbeträger, die versichern, Nutella gehöre zu einer gesunden Ernährung. Die Nährwertangaben auf dem Etikett indes müssen der Wahrheit entsprechen - und künftig auch verständlich sein.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Nach einer Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände (vzbv) gegen die Ferrero Deutschland GmbH hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschieden: Die Vitamin- und Nährwertangaben sind auf dem Nutella-Glas so gestaltet, dass sie Verbraucher in die Irre führen können. Wie der vzbv auf seiner Webseite berichtet, hatte das Unternehmen den Prozentsatz der empfohlenen Tagesmenge von Fett und Vitaminen anhand unterschiedlicher Grundmengen berechnet. Dadurch sei der Eindruck entstanden, der Vitaminanteil sei besonders hoch.

So sei beispielsweise der Prozentsatz der empfohlenen Tagesmenge von Fett und Kohlenhydrate anhand einer Portion von 15 Gramm, der von Vitaminen dagegen im Bezug auf 100 Gramm errechnet worden. Das Ergebnis: Die Angaben für Vitamine lagen bei 30 und 78 Prozent, bei Kohlenhydraten und Fett dagegen bei 3 und 7 Prozent.

Nach Auffassung des vzbv konnten Verbraucher daraus den Schluss ziehen, Nutella enthalte sehr wenig Fett und Kohlenhydrate, dafür aber viele gesunde Vitamine. Die Verbraucherplattform beanstandete die Werbung daher als irreführend - und bekam Recht: Das Oberlandesgericht schloss sich dieser Auffassung in zweiter Instanz an. Vitamin- und Nährwertangaben müssten so dargestellt werden, dass sie in der typischen Kaufsituation richtig verstanden werden, so das Urteil der Richter.

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