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Essay über alte Politiker:Alte an die Macht

An der Spitze der CDU steht Angela Merkel schon länger als Konrad Adenauer - ob sie auch mal sein biblisches Kanzleralter erreicht? Illustration: Stefan Dimitrov, Fotovorlage: AFP

Die Gesellschaft altert, aber im Bundestag sind die über 65-Jährigen kaum vertreten: Ein Plädoyer von Heribert Prantl für mehr Omas und Opas in der Politik.

Von Heribert Prantl

Als die Bundesrepublik am jüngsten war, wurde sie vom Ältesten regiert. 73 Jahre alt war Konrad Adenauer, als ihn der Deutsche Bundestag zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik wählte. Jeder seiner Nachfolger war in dem Alter, in dem Adenauer erst anfing, schon lang nicht mehr im Amt - Ludwig Erhard war 69, als er aufhörte, Kurt-Georg Kiesinger 65, Willy Brandt 60, Helmut Schmidt 63, Helmut Kohl 68 und Gerhard Schröder 61; Angela Merkel wird bei der Wahl im September 63 sein. Adenauer aber war ein verknitterterer Greis von bald 88 Jahren, als er nach 14 Regierungsjahren 1963 zurücktrat - widerwillig, kampfeslustig, politikbesessen, voll von Plänen und voll von Sorgen über die Zukunft der deutsch-französischen Freundschaft und die Zukunft Europas. Für die Zeitgenossen, die Adenauer schon bald mit Bismarck verglichen hatten, schien es damals fast so, als sei ihr Kanzler unsterblich. Der Alte aus Rhöndorf hatte sie vom deutschen Wiederaufbau bis ins deutsche Wirtschaftswunder begleitet.

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