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Erziehungsfragen:Wie entscheiden zwischen Job und Kindern?

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Was ist wichtiger? Kinder oder Job?

(Foto: imago/Westend61)

Ein Vater hat andauernd ein schlechtes Gewissen. Wie kann er sich aus dem unguten Dilemma zwischen Job und Familie lösen? Drei Experten antworten.

Ein Leser fragt:

Wenn ich in die Arbeit gehe, habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht bei meinen Kindern bin. Wenn ich bei meinen Kindern bin, habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht arbeite. Die Folge ist: Ich habe andauernd ein schlechtes Gewissen. Wie kann ich mich aus diesem unguten Dilemma zwischen Job und Familie lösen? Nikolaus M., Garching

Experten antworten:

Kirsten Boie: Ihre Kinder brauchen Sie nicht jede Minute des Tages

Kirsten Boie

Kirsten Boie ist Schriftstellerin und Autorin von mehr als hundert Kinder- und Jugendbüchern, darunter die allseits bekannten und geliebten Geschichten "aus dem Möwenweg" oder die Abenteuer des kleinen "Ritter Trenk".

(Foto: Christian Charisius/dpa)

Da stecken Sie in haargenau dem Dilemma, das bisher nur berufstätige Mütter kannten. Und es zeigt, wie sehr sich das Selbstverständnis der Väter geändert hat, wenn es Ihnen jetzt genauso geht und wenn Sie sich jetzt genauso verantwortlich für die Kinder fühlen wie früher nur die Mütter. Das ist doch großartig! (Natürlich in der Konsequenz nicht für Sie ...) Aber wie für Mütter gilt auch für Sie: Ihre Kinder brauchen Sie nicht jede Minute des Tages, wohl aber brauchen sie dann eine gute Betreuung.

Viele Untersuchungen zeigen, dass die Kinder von den Anregungen in der Kita enorm profitieren, sowohl was die kognitive als auch was die Entwicklung des Sozialverhaltens betrifft. Wenn also gewährleistet ist, dass Ihre Kinder während Ihrer Abwesenheit gut betreut sind, dann sind sie sicher auch sehr glücklich über einen Vater, der sich in der Zeit, in der er bei ihnen sein kann, wirklich mit ihnen beschäftigt. Das ist für Ihre Kinder viel wichtiger als Ihre permanente Anwesenheit zu Hause. Vielleicht wüssten Sie die Zeit mit den Kindern dann auch gar nicht so zu schätzen und würden sich nicht halb so intensiv auf sie einlassen, wie Sie das jetzt tun können.

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