Erziehungsfragen:Achten Sie auf die Formulierung

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Katia Saalfrank:

Katia Saalfrank

Katia Saalfrank ist Pädagogin, Musiktherapeutin und wurde als Fachberaterin in der Sendung "Die Super Nanny" bekannt. Heute arbeitet sie in ihrer eigenen Praxis in der Eltern- und Familienberatung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Verbundenheit und Autonomie gehören zu den zentralen Urbedürfnissen und machen uns zu sozialen Wesen. "Wo komme ich her?" ist deshalb eine ganz elementare Frage für jeden Menschen. Man möchte um seine Herkunft und deren Umstände wissen. Denn das gehört zum eigenen Leben dazu, genauso wie die nie endende loyale Bindung zu den Eltern. Sie dürfen deshalb überhaupt mutig sein und brauchen keine Angst davor zu haben, dass sich in der Beziehung Ihrer inzwischen erwachsenen Tochter zu Ihnen etwas verändert. Daher sollten Sie ihr von den Umständen erzählen, unter denen sie geboren wurde.

Vielleicht können Sie in der Formulierung achtsam sein. Ob gewollt oder ungeplant: Ein Kind ist nie ein "Unfall". Mit diesem Bild assoziieren wir Schaden, Unglück, Schmerz und Zerstörung, etwas wie einen Unfall wollen wir alle nicht erleben. Ich verstehe Sie in Ihrer Frage eher so: Ihre Tochter war nicht geplant, aber letztlich doch sehr gewollt. So findet jedes Kind auf seinem Weg zu seinen Eltern und ins Leben. Und natürlich verändert ein Kind das Leben der Eltern immer grundlegend. Davon sollten Sie erzählen, gerade auch, weil Sie - wie Sie sagen - ein gutes Verhältnis zu Ihrer Tochter haben. Ich bin überzeugt, dass dies Ihr Verhältnis noch tiefer und intensiver werden lässt. Freuen Sie sich darauf.

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