Erkältungssaison Schnupfen oder Grippe?

Gerade in der Herbstzeit sind viele Menschen verunsichert: Wie kann man sich vor Erkältungen schützen und was ist im Krankheitsfall zu tun? Hier die Antworten.

Verstopfte Nasen, das leidige Kratzen im Hals und anhaltende Müdigkeit - Herbstzeit ist Grippezeit. Doch nicht bei jedem Schnupfen handelt es sich gleich um die klassische saisonale Influenza oder gar die Schweinegrippe. Manchmal ist es auch einfach nur eine schlichte Erkältung.

Erkältung, saisonale oder Schweinegrippe - woran erkenne ich was? Erkältungen gehören weltweit zu den häufigsten Erkrankungen, Schätzungen zufolge ist jeder Erwachsene zwei bis fünf Mal im Jahr betroffen. Meistens beginnt eine Erkältung eher schleppend, die Symptome setzen über mehrere Tage ein. Kratzen im Hals und Schnupfen sind der Anfang, dann folgt Husten und unter Umständen auch Fieber.

Bei der saisonalen Grippe oder Influenza, die laut Robert-Koch-Institut (RKI) jährlich rund zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung betrifft, ist dagegen ein sehr starker und plötzlicher Krankheitsbeginn typisch. Innerhalb weniger Stunden treten hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein trockener Husten auf. Die Symptome der Schweinegrippe sind denen der saisonalen Grippe sehr ähnlich. Einige Betroffene berichteten zudem von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Hat die Grippesaison schon begonnen? Dem RKI zufolge treten die ersten Fälle der klassischen Wintergrippe meist ab Oktober auf. In diesem Jahr könnte die Schweinegrippe die saisonale Influenza allerdings in gewissem Maße verdrängen, wie Institutssprecherin Susanne Glasmacher erklärt. Erfahrungen aus der aktuellen Grippesaison auf der Südhalbkugel legten nahe, dass auch hier mit einer zunehmenden Verbreitung des neuen H1N1-Virus zu rechnen sei. Noch sei die Situation mit täglich 100 bis 300 neuen Fällen aber relativ stabil. Seit Ende April sind dem RKI knapp 20.000 Schweinegrippe-Erkrankungen gemeldet worden.

Wer ist durch Grippe-Erkrankungen besonders gefährdet? Ältere Menschen ab 60 Jahren und chronisch Kranke wie etwa Asthma-Patienten leiden bei der saisonalen Influenza erfahrungsgemäß häufiger unter schweren Krankheitsverläufen. Möglich ist, dass sie zum Beispiel eine lebensgefährliche Lungenentzündung bekommen. Laut RKI sterben in jedem Winter zwischen 8000 und 11.000 Menschen in Deutschland an der saisonalen Influenza. Bei der neuen Grippe scheinen dagegen auch Jüngere stärker gefährdet zu sein. Bei vielen zuvor gesunden jungen Personen sind demnach bereits schwere Verläufe aufgetreten.

Wie steckt man sich an? Erkältungs- und Grippeviren werden überwiegend durch Tröpfchen übertragen, die beim Sprechen, Niesen oder Husten entstehen. Gelangen sie über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute von Personen, wird eine Infektion ausgelöst. Möglich ist eine Ansteckung laut RKI auch über Oberflächen wie Türklinken oder Lichtschalter, die mit virushaltigen Sekreten verunreinigt sind. Dabei gelangen die Viren über die Hand in Mund, Nase oder Augen. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung liegt bei der saisonalen und neuen Influenza bei ein bis vier Tagen.

Sollte man sich impfen lassen? Das RKI rät vor allem Risikogruppen, sich gegen die klassische Wintergrippe impfen zu lassen. Als Impftermin wird die Zeit von September bis November empfohlen. Da der Grippeschutz für die normale Grippe nicht für die Schweinegrippe gilt, sollten sich laut Sprecherin Glasmacher gerade Menschen mit Grunderkrankungen auch rechtzeitig gegen den neuen H1N1-Erreger impfen lassen. Der Impfstoff soll ab Anfang November auf dem Markt sein.

Wie kann man sich noch schützen? Bereits mit Hilfe einiger simpler Hygieneregeln kann das Ansteckungsrisiko Medizinern zufolge deutlich gesenkt werden. Dazu zählt etwa, das Anhusten oder Anniesen von Personen zu vermeiden, häufiges Lüften, Papier- statt Stofftaschentücher zu benutzen und sich vor allem immer wieder gründlich die Hände zu waschen.

Was ist im Krankheitsfall zu tun? Patienten mit Symptomen, die für eine Grippe sprechen, sollten sich in ärztliche Behandlung begeben, rät die Internistin und Lungenfachärztin Ulrike Henschel. Auf dem Weg zur Praxis sollte dabei enger Kontakt zu anderen Menschen vermieden werden. Empfohlen wird auch, in den Ärmel zu husten oder zu niesen. Bei einer Erkältung gilt laut Henschel vor allem, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stärken.

"Dazu sollten die Betroffenen ihrem Körper mehr Ruhe gönnen als sonst, bei Fieber im Bett bleiben, nicht rauchen und ausreichend trinken - am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees", erklärt sie. Nach einer überstandenen Erkältung sollte das Immunsystem dann mit vitaminreicher Ernährung sowie ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft wieder gestärkt werden, um einer erneuten Infektion vorzubeugen.