bedeckt München 18°
vgwortpixel

Erfolgreich Flirten:"Ich Prinzessin, er Held"

Wie erobert man einen Mann? Flirttrainerin Dietlind Tornieporth erklärt, warum sich Frauen hofieren lassen sollten statt den Männern hinterherzulaufen.

Dietlind Tornieporth, Flirttrainerin aus München und Autorin des Buchs "Die perfekte Verführerin" findet, dass Erfolg beim Flirten nicht allzu viel mit gutem Aussehen zu tun hat. Und: Man kann die Kunst der Verführung lernen. Also: an die Arbeit.

sueddeutsche.de: Frau Tornieporth, Sie sind Flirttrainerin und Ratgeberautorin. Brauchen wir jetzt auch schon Hilfe beim Verlieben? Wo bleibt da die Romantik?

Dietlind Tornieporth: Die kommt später. Zunächst gibt es beim Flirten durchaus einige Dinge zu lernen und zu üben, wenn es mit dem Anbandeln nicht klappt. Was zählt ist die richtige Einstellung. Verführungskunst ist zu einem großen Teil Persönlichkeitsentwicklung: Wer bin ich, was will ich und wie komm ich dahin?

sueddeutsche.de: Und wie sieht Ihr Trainingsplan aus?

Tornieporth: Man muss die innere Haltung verändern. Die perfekte Verführung beginnt im Kopf.

sueddeutsche.de: Und das soll funktionieren? Das ist jetzt nicht Ihr Ernst.

Tornieporth: Doch. Ein Mann wirkt auf Frauen besonders attraktiv, wenn er ein dominant-männliches Auftreten mitbringt - wenn er mit Entschlossenheit und Hartnäckigkeit um sie wirbt nach dem Motto: Dich will ich! Das imponiert uns Frauen. Unsicherheit ist völlig unattraktiv.

sueddeutsche.de: Na toll. Mit anderen Worten: ein Macho, wie er im Buche steht.

Tornieporth: Wenn Sie so wollen. Zumindest einer, der weiß, was er will. Und der gerne die Führung übernimmt - das Restaurant aussucht, den Wein bestellt, mich von zu Hause abholt.

sueddeutsche.de: Alice Schwarzer würde zu so einem Date gar nicht erst erscheinen.

Tornieporth: Wir Frauen können ja gerne unsere Emanzipiertheit und Unabhängigkeit unter Beweis stellen. Aber doch bitte nicht in so einem Augenblick! Das kann man jeden Tag in der Berufswelt machen aber warum beim Flirt? Das ist grundfalsch. Ein Flirt funktioniert nun mal dann am besten, wenn der Mann besonders männlich und die Frau besonders weiblich ist.

sueddeutsche.de: Sie skizzieren da einen Urzeitmenschen, der sich auf die Brust trommelt und die Frau wie ein Stück Beute in seine Höhle schleift.

Tornieporth: Wenn wir uns alle in der Mitte treffen, irgendwo in der Androgynität, funktioniert das in der Regel nicht. Problematisch ist auch, wenn Frauen männliches Flirtverhalten imitieren.

sueddeutsche.de: Sie meinen, die Dame erscheint auf der Harley, bestellt sich zum Candle-Light-Dinner ein blutiges Steak und wuppt sich den Mann über die Schulter?

Tornieporth: Nicht ganz so extrem. Aber es reicht schon, wenn sie unbedingt die Führung übernehmen wollen, sich dominant geben und Machosprüche zum Besten geben. So etwas wie: "Ein Bier für den Süßen da drüben." Das ist nun wirklich alles andere als emanzipiert! Das ist peinlich und wirkt neurotisch. Wir wollen aber doch nicht männlich wirken! Wenn ich versuche, als Frau die Kontrolle an mich zu reißen, ist das ein wenig reizvolles Signal.

Zur SZ-Startseite