Günes und Hauke Seyfarth – "Der Alltag läuft nebenbei"

Eine Trennung zwischen Job und Freizeit lässt sich für Günes und Hauke Seyfarth kaum realisieren. Sie sind beide selbständig, er als Fotograf, sie als Projektleitung für das Second-Hand-Portal Mamikreisel. Ihre Arbeitszeiten können sie sich größtenteils selbst einteilen. "Deswegen arbeiten wir eigentlich immer", sagt Günes Seyfarth. Ihr Mann fügt hinzu: "Und haben gleichzeitig die Möglichkeit, Haushalt und Kinder nebenbei mitlaufen zu lassen."

Wenn er vormittags zu Hause ist, sich um Kundenakquise kümmert oder Shootings plant, laufe gleichzeitig die Waschmaschine. Günes Seyfarth erzählt, wie sie im Kopf Konzepte entwickelt, während sie Marmelade einkocht. "Wenn ich mich dann an den Rechner setze, dauert das Aufschreiben nur noch eine Viertelstunde", sagt sie. Ihre drei Söhne (sechs, vier und zwei Jahre alt) sind oft einfach dabei. Alle drei besuchen zwar ganztags Krippe beziehungsweise Kindergarten, doch wenn Teamsitzungen oder Fototermine außerhalb der Öffnungszeiten stattfinden, nehmen die beiden ihre Kinder mit.

So richtig frei haben sie also nie, aber das macht ihnen nichts aus. "Wenn etwas Spaß macht, kann ich es auch die ganze Zeit machen", sagt die Projektleiterin. Viel Energie geht allerdings für Absprachen drauf. Da keiner der beiden einen festen Arbeitsrhythmus hat, werde jeden Abend der kommende Tag besprochen: Wer bringt die Kinder weg, wer holt sie ab, wer kümmert sich ums Abendessen?

Tagsüber schicken sich Günes und Hauke Seyfahrt zahlreiche Erinnerungen per Whatsapp. Termine, die nicht flexibel sind, müssen im Vorhinein in einen Zwei-Wochen-Plan eingetragen werden, um Überschneidungen zu vermeiden. Diese ganze Organisation liegt komplett in Günes' Hand. Haukes Zuständigkeit ist es, dafür zu sorgen, dass nichts ausgeht, seien es Kindersocken oder Joghurt. Sie leben ihr 50/50-Modell - und das rund um die Uhr.

Bild: Florian Peljak 29. Februar 2016, 09:462016-02-29 09:46:09 © SZ.de/bavo/sks