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Entwicklungsstörungen:"Hört mein Kind schlecht?"

Ein einwandfreies Hörvermögen ist für die Entwicklung eines Kindes von enormer Wichtigkeit, da es nur so alle akustischen Reize der Umwelt aufnehmen kann, die es für seine Sprachentwicklung, die geistige Entwicklung und auch sein seelisches Wohlbefinden braucht.

Es gibt einige Anhaltspunkte, die Ihnen helfen können, mitzuverfolgen, ob die Hörentwicklung Ihres Kindes normal verläuft: Bereits mit ein bis zwei Monaten sollten Babys durch laute Geräusche erschrecken, sich durch ruhiges Zusprechen beruhigen lassen und selbst Laute von sich geben. Babys von drei bis vier Monaten wenden schon gezielt den Kopf nach einer Geräuschquelle und spielen gerne mit laut klapperndem Spielzeug. Mit ungefähr einem halben Jahr sollte schon eine Reaktion auf Rufen mit dem eigenen Namen erfolgen und das Baby sollte allmählich mit Silbenbildungen beginnen. Im Alter von zehn bis zwölf Monaten können Säuglinge leises Ansprechen aus einem Meter Entfernung verstehen und einzelne Wörter nachplappern. Mit circa zwei Jahren verstehen Kinder, wenn man ihnen etwas ins Ohr flüstert. Allerdings kann ein Baby auch völlig normal entwickelt sein, wenn es nicht ganz die o.g. Standards erfüllt. In solchen Fällen sollten Sie allerdings unbedingt einen Kinder- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt überprüfen lassen, ob Ihr Baby sich tatsächlich altersgemäß entwickelt und gut hört. Dies sollten Sie auch bei einem völlig gesunden Kind tun, wenn Sie angeborene Hörschwächen in der Familie oder Verwandtschaft haben.

Häufig ist die Ursache für ein plötzlich auftretendes schlechteres Hören eine Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell, die nach einer Mittelohrentzündung entstanden ist. Falls das Kind sehr häufig an solchen Ohrentzündungen erkrankt und längere Zeit deshalb schlecht hört, legt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt manchmal ein Belüftungsröhrchen in das Trommelfell. Bei angeborenen Hörstörungen lässt sich das Hörvermögen in den meisten Fällen mit Hörgeräten bessern. Man kann und sollte dann diese Hörgerate den Säuglingen unbedingt schon in den ersten Lebensmonaten anpassen.

Dr. med. Ursula Keicher