Schön Doof:Elon Musk, der große Erzeuger

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Elon Musk bei einer Preisverleihung im April 2024. (Foto: Jordan Strauss/Invision/AP)

Der Tech-Unternehmer ist zum zwölften Mal Vater geworden – nicht nur in puncto Geltungsdrang wandelt er auf den Spuren des sächsischen Kurfürsten August des Starken.

Glosse von Christian Mayer

Männer einer gewissen Kategorie gehen verschwenderisch um mit ihrer Lendenkraft, und sie haben keinesfalls etwas dagegen, wenn die Welt das weiß. In der langen Reihe dieser Figuren ragt der sächsische Kurfürst August der Starke hervor. Ein Mann, der angeblich mit bloßen Händen Hufeisen zerbrechen konnte und zugleich sehr viel filigranere Dinge liebte, wie man heute noch im Grünen Gewölbe in Dresden sehen kann.

Aber war August wirklich so ein schlimmer Draufgänger, vielleicht sogar Vater von 354 Kindern, wie eine adlige Zeitzeugin schrieb? Sein Wegbegleiter Jakob Heinrich von Flemming äußerte sich skeptisch: „Sein größtes Vergnügen war die Liebe, obwohl er nicht so viel Spaß an ihr fand, wie er anderen glauben machen wollte. Er hat geliebt, um Aufmerksamkeit zu erregen.“

Ein verwegener Gedanke: Alphamänner mit Absolutheitsanspruch haben gar nicht so viel Freude an ihren wechselnden Gefährtinnen, die ihnen bereitwillig Kinder schenken; ihnen geht es am Ende doch nur um Rekorde. Letzteres trifft offenkundig auch auf Elon Musk zu. Gerade hat der Milliardär bestätigt, dass er in diesem Jahr, Details verriet er nicht, noch einmal Vater geworden ist. Es ist sein drittes Kind mit Shivon Zilis, einer leitenden Angestellten seiner Firma Neuralink, die Gehirnimplantate produziert. Musk & Zilis bekamen 2021 bereits Zwillinge, als seine Beziehung mit der Künstlerin Grimes mutmaßlich noch andauerte.

Vielleicht ist man ja beim zwölften Kind als Vater schon ein bisschen abgebrüht, was die Verbreitung freudiger Nachrichten angeht. Jedenfalls gab sich Musk für seine Verhältnisse eher zugeknöpft, als er vom Klatschportal Page Six bedrängt wurde, den Namen und das Geschlecht des Kindes herauszurücken. Seine Vaterschaft Nummer zwölf sei keinesfalls ein „Geheimnis“ gewesen, gute Freunde seien eingeweiht – und eine Pressemitteilung zu veröffentlichen, das wäre ihm doch „bizarr“ vorgekommen, so der 52-Jährige.

Schon am Hofe Augusts des Starken ließen sich neue Nachkommen des unersättlichen Potentaten oft nur schwer verheimlichen. Allerdings war auch Augusts Beziehungsstatus selbst Eingeweihten oft ein Rätsel: Welche seiner vielen Liebschaften in welchem Lustschloss gerade auf Platz eins stand, wussten höchstens die Zofen. Bei Elon Musk ist die Sache ähnlich kompliziert, wie allein der Versuch zeigt, seine Kinder den jeweiligen Frauen korrekt zuzuordnen – oder die Namen der Musk-Zöglinge zu verstehen. Wer einen seiner Söhne tatsächlich „Techno Mechanicus“ nennt, hat jedenfalls unendlichen Spaß daran, Aufmerksamkeit zu erregen. Oder glaubt fest daran, dass er sich eh alles erlauben kann – auch in diesem Punkt arbeitet Elon Musk mit Feuereifer daran, den Barockfürsten August den Starken zu überholen.

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