Einzelkinder:"Kinder profitieren ungemein voneinander"

Was müssen Eltern von Einzelkindern beachten?

Es besteht immer die Gefahr, dass sich die Eltern sehr stark auf das einzige Kind konzentrieren. Die ungeteilte Zuwendung ist Chance und Risiko zugleich. Man kann gar nicht oft genug daran erinnern, dass Eltern den Alltag ihrer Kinder nicht überfrachten dürfen. Aber das gilt unabhängig von der Tatsache, ob ein Kind allein oder mit Geschwistern aufwächst, und ist eine Sache der elterlichen Grundhaltung. Natürlich gibt es extreme Einzelfälle, in denen Eltern sich an ihr Kind klammern. Aber die meisten Eltern von Einzelkindern achten darauf, dass ihre Kinder genug Kontakt zu Gleichaltrigen haben. Gottseidank engagieren sich auch die Väter mehr als früher - wobei es für Einzelkinder dann natürlich auch schon wieder ein Zuviel an Aufmerksamkeit werden kann.

Also wieder ein Argument dafür, Kinder möglichst früh auch mit Gleichaltrigen zusammenkommen zu lassen, in der Kita zum Beispiel.

Auf jeden Fall. Kinder profitieren ungemein voneinander.

Weiß man, wie Einzelkinder selbst ihr Leben sehen? Schätzen sie die konkurrenzlose Aufmerksamkeit der Eltern? Oder wünschen sie sich Geschwister?

Sie schätzen ihre Situation sehr realistisch ein und sehen die Vor- und Nachteile. Manche vermissen Geschwister, andere sind von der Aufmerksamkeit der Eltern genervt, grundsätzlich bewerten sie ihr geschwisterloses Leben aber positiv. Das gilt umgekehrt übrigens auch für Kinder mit Geschwistern.

Bekommen Einzelkinder wieder Einzelkinder?

Das wissen wir bislang nicht. Eine Studie der Universität Wien kam zu dem Ergebnis, dass Einzelkinder häufiger kinderlos bleiben. Aber das kann auch daran liegen, dass bei uns generell weniger Kinder geboren werden. Wenn junge Paare gefragt werden, ob und wie viele Kinder sie sich wünschen, dann ist meistens von zwei bis drei Kindern die Rede. Wenn es dann bei einem bleibt, liegt es oft an den Lebensumständen, an Gesellschaft und Politik, die zu wenig für Familien tun. Denn oft werden junge Eltern von der Wirklichkeit eingeholt - weil sie zum Beispiel erleben, wie schwierig es ist, Beruf und Familie zu vereinbaren - und dann bleibt es eben doch oft bei einem Einzelkind.

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