Keine Frage, die Netflix-Serie „Nobody Wants This“ hat in der aktuellen Staffel deutlich an Schwung eingebüßt. Es ist aber immer noch eine brauchbare Bestandsaufnahme von Beziehungsneurosen heutiger Thirtysomethings, denen manche Dinge so viel leichter (Sex haben) und manche so viel schwerer fallen (Vertrauen, Festlegen, Glücklichsein) als ihren Vorgängergenerationen. Zu Beginn der neuen Staffel lädt das zentrale Paar zum ersten Mal gemeinsam Freunde nach Hause zum Essen ein. Das wird von allen Beteiligten als gewichtiger Schritt in Richtung des endgültigen Erwachsenseins angesehen. Als Generalprobe, wie das so ist, wenn man sich vor gemeinsamem Hausstand präsentiert und den Freunden zum ersten Mal jenes Theaterstück vorspielt, das bei einer Essenseinladung daheim auf dem Programm steht: die lässige, aber natürlich begeisternde Kochdramaturgie, das geschmackvolle, aber lockere Bühnenbild und die natürlich tiefgehenden Dialoge, die man in dieser privaten Atmosphäre erwarten kann. Ob in der Serienwelt oder in echt, es gilt immer: Wer zu sich nach Hause einlädt, stellt für einen Abend seinen Lebensentwurf ins Schaufenster.
FreundschaftenKommt einfach vorbei!
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Nicht aufgeräumt, nicht perfekt gekocht, keine interessante Kunst an der Wand? Egal! Warum es nicht nur an Weihnachten gut ist, seine Türen zu öffnen und wieder mehr Besuch daheim zu empfangen.
Von Max Scharnigg
