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Ein Lob der Kleinlichkeit:Ge­nau so!

Wenn Erbsenzähler aufhören würden, Erbsen zu zählen - wer sollte es dann tun?

(Foto: Stephanie Gonot)

"Korinthenkacker", "Erbsen­zähler" - wer darauf Wert legt, dass Dinge stets korrekt ablaufen, gilt schnell als unsympathisch. Doch die Gewissen­haften halten die Welt zusammen. Eine Ehrerbietung.

Beim Abendessen erzählen die Kinder, dass sie im Park waren. Und dass ihr Freund Bruno ein Pingeli ist. Bruno zählt immer mit, auch wenn er gerade nicht der Sucher ist, sondern schon versteckt unter seinem abgeblühten Holunderstrauch, fast außer Hörweite: Das war nur bis zwanzig, wir haben gesagt 25!, ruft Bruno dann. Also ist Bruno eine Petze? Nee, Papa: ein Pingeli. "Der malt auch nie über die Begrenzung", sagen die Kinder fast ehrfürchtig. Bruno hat alle Stifte in Reihenfolge im Federmäppchen, "da findet man gleich, was man braucht, wenn man was leihen muss", sagen die Kinder, "der hat immer alles dabei." Und: "Einer muss sich beim Spielen die ganzen Regeln merken." Kurz, kauend: "Ist gut, wenn ein Pingeli da ist."

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