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Namensforschung:Nur sechs Prozent aller Paare entscheiden sich für den Namen der Frau

Welche Unterlagen brauche ich für das Standesamt?

Auf dem Standesamt können Paare frei wählen, welchen Nachnamen sie führen wollen. Die meisten entscheiden konservativ.

(Foto: dpa-tmn)
  • Nur sechs Prozent der Paare wählen auf dem Standesamt den Familiennamen der Frau, 75 Prozent überehmen den Namen des Mannes.
  • Das ist das Ergebnis einer Studie der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), die Daten aus fünf Jahrgängen untersucht hat.
  • Die GfdS hat auch wieder Vornamen-Trends ausgewertet. Traditionelle Vornamen scheinen beliebt zu bleiben, ebenso kurze und vermehrt solche, die mit dem Buchstaben "L" beginnen.

Wenn ein Paar heiratet, dann nimmt die Frau den Nachnamen des Mannes an. So war es jahrezehntelang Gesetz. Und auch heute - mehr als 40 Jahre nach der Änderung des Namensrechts - gilt dieses Prinzip größtenteils weiterhin, wie eine Studie der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ergeben hat.

Demnach nehmen bei etwa drei Vierteln der Eheschließungen die Frauen den Namen des Mannes an. Nur sechs Prozent der Paare entscheiden sich für den Familiennamen der Frau, etwa zwölf Prozent behalten jeweils ihren eigenen Namen und acht Prozent wählen einen Doppelnamen.

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1976 wurde das Eherecht reformiert. Bis dahin wurde der Familienname des Mannes standardmäßig zum Ehenamen. Kurz nach der Gesetzesänderung entschieden sich die Paare noch zu 98 Prozent für den Nachnamen des Mannes. Im Vergleich zu damals ist die Zahl der Fälle, in denen der Familienname des Mannes übernommen wird also um knapp 25 Prozent zurückgegangen.

Warum sich nach wie vor die meisten Paare für den Familiennamen des Mannes entscheiden? Die GfdS nennt mögliche Gründe:

  • Der Wunsch, einen gemeinsamen Familiennamen und keinen Doppelnamen zu führen, beeinflusse die Entscheidung, vor allem, wenn Kinder geplant sind.
  • Tradition sei noch immer stark in den Köpfen der Menschen verankert.
  • Männer würden es mitunter als Schwäche auslegen, den Namen der Frau anzunehmen.

Der GfdS-Studie zufolge gibt es aber auch sprachästetische Beweggründe bei der Namenswahl, zum Beispiel, welcher Name als schöner empfunden wird - oder als weniger unangenehm.

Für die Studie hat die GfdS Daten von 174 deutschen Standesämtern aus den Jahren 1976, 1986, 1996, 2006 und 2016 untersucht. Pro Jahrgang wurden im Schnitt 20 000 Eheschließungen erfasst.

Bei Neugeborenen bleiben traditionelle und kurze Vornamen im Trend

Neben den Nachnamen hat die GfdS auch in diesem Jahr wieder untersucht, für welche Vornamen sich Eltern besonders häufig entschieden haben. Offiziell werden die Daten aus dem Geburtenregister erst im Frühjahr des Folgejahres veröffentlich. Die GfdS gewährt jedoch jetzt schon einen Vorausblick auf Vornamentrends: Demnach bleiben Emilia und Mia als Erstnamen bei den Mädchen sehr beliebt, bei den Jungen sind es vor allem Noah und Ben.

Bei den Erstnamen gibt es jedoch einige, die in diesem Jahr im Vergleich zu 2017 häufiger gewählt werden: Mehr neugeborene Mädchen heißen Lea und Ida, ebenso Mila, einer der Namen, der schon seit einigen Jahren an Beliebtheit gewinnt. Auch Namen auf "L" bleiben beliebt: Neben Lea könnten Lina, Lena, Leni und Luisa häufiger geworden sein, so die Sprachforscher. Zu Mila bei den Mädchen gesellt sich Milan bei den Jungen, daneben könnten Theo, Henry und Liam auf den vorderen Plätzen der Jungen-Erstnamen eine größere Rolle spielen.

Schon seit Jahren sind bei den Folgenamen Marie, Sophie und Maria bei den Mädchen sowie Alexander, Maximilian, Paul und Elias bei den Jungen sehr beliebt. Daran wird sind vermutlich nicht viel ändern. Häufiger könnten hier traditionelle Namen wie Theresa, Elisabeth, Katharina und Franziska bei den Mädchen sowie Karl, Thomas, Andreas und Daniel bei den Jungen werden, so die nicht repräsentative Prognose der GfdS.

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