DIW-Studie zu Sportbegeisterung von Paaren und Singles Was Faulheit mit Liebe zu tun hat

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass Paare mehr Faulenzen als Singles

Mehr Couch, weniger Fitnessstudio: Menschen in stabilen Partnerschaften treiben weniger Sport als Singles; das haben Forscher herausgefunden. Der Grund dafür ist so desillusionierend wie naheliegend.

Alle zweisamen Couch Potatoes dürfen ihre Füße künftig noch ein wenig höher legen - so lassen sich die Ergebnisse einer neuen Studie wohl zugespitzt formulieren. Demnach weisen Faulheit und ein gewisses Phlegma offenbar auf eine stabile Beziehung hin. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat sich dem Zusammenhang von Liebe und Liebe zum Sport gewidmet und festgestellt: Wer in einer Partnerschaft lebt, lebt weniger für den Sport - und betreibt ihn deutlich seltener.

Nun stellt sich die Frage nach den Ursachen, die entweder mathematischer (mehr Zeit mit dem Partner bedeutet weniger Zeit für Sport) oder ökonomischer Natur (Bedeutung des amourösen Marktwerts sinkt) sein können. Die Antwort der Autoren der Studie, die im Wissenschaftsmagazin Social Science & Medicine veröffentlicht wurde, ist eindeutig: "Männer und Frauen in stabilen Partnerschaften müssen ihre Attraktivität nicht mehr auf dem Heiratsmarkt unter Beweis stellen", hieß es. Die weniger frei verfügbare Zeit könne den Rückgang der sportlichen Aktivität dagegen nicht erklären.

Die sogenannte Heiratsmarkt-Hypothese ist in der soziologischen Forschung nicht neu und wird durch die Ergebnisse der Untersuchung nun bestätigt. Demnach lässt die Sportbegeisterung beider Geschlechter umso stärker nach, je stabiler eine Beziehung ist. Bei Ehepaaren ist das der DIW-Studie zufolge, die auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) mit 11.000 Befragten basiert, besonders deutlich zu beobachten. Wenn ein Paar dagegen noch nicht zusammen wohnt, ist der Rückgang der sportlichen Aktivität im Vergleich zur Single-Phase noch am geringsten.

Im Alter zurück zum Sport

Ein Gegengewicht zur in Beziehungen grassierenden Faulheit scheint aber zumindest das Alter zu sein: Denn verheiratete Männer ab Mitte 50 stehen ihren nicht liierten Geschlechtsgenossen sportlich in nichts nach. Vermutlich, so glauben die Forscher, weil ihre Frauen sie ein bisschen anschubsen, aus Sorge um die Gesundheit ihrer Gatten. Umgekehrt gilt das übrigens nicht: Seniorinnen pflegen weiterhin eine gewisse sportliche Verweigerungshaltung.

Beunruhigend? Eher nicht. Nachdem Nicht-Singles in zahlreichen Studien bescheinigt wird, dass es ihnen (noch) besser geht als Alleinstehenden, dürften sich die gesundheitlichen Nachteile durch sportliche Abstinenz unterm Strich wieder ausgleichen.

Vielleicht haben die Forscher aber auch einfach nicht die richtigen Forschungssobjekte befragt. Immerhin gibt es in nahezu jedem Freundeskreis sportbegeisterte Pärchen, die kein Wochenende ohne Skifahren, Wandern oder Mountainbiken verbringen. Und da gäbe es auch noch Tiger Woods und Lindsey Vonn, Andre Agassi und Steffi Graf, Paul Biedermann und Britta Steffens, Felix Neureuther und Miriam Gössner ...