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Die schönsten Pools:Träume in Beckenform

Für ein wenig Abkühlung ist uns dieser Tage eigentlich alles recht - gerade deshalb würde sich eine Reise zu ganz besonderen Orten lohnen: eine Auswahl der schönsten Pools der Welt.

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Skypark eröffnet

Quelle: dpa

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Marina Bay Sands, Singapur

Singapur, ein Klima wie in der Autowaschanlage, das ganze Jahr über konstant feucht und um die 30 Grad heiß - da kann man nicht genug Swimmingpools im Stadtbild versenken. Sogar am Changi International Airport gibt es ein Becken, in dem Passagiere ihre Wartezeit mit Plantschen verbringen. Und nun hat vor wenigen Wochen ein Bassin eröffnet, das alle anderen überragt: der 150 Meter lange Pool im Dachpark des Hotelkasinos Marina Bay Sands. Wobei Dach eine Untertreibung ist für die spektakulär auskragende Konstruktion des Architekten Mosche Safdie, die drei 200 Meter hohe Türme mit fließenden Bewegungen und einer Fläche so groß wie drei Fußballfelder überspannt. Der Beckenrand ist unsichtbar, das Wasser fließt über die Kanten. Das macht einen surrealen Eindruck auf den Badenden, für den Pool und Himmel ineinander übergehen.

"Infinity", Endlosigkeit, wird dieser Effekt genannt. Das entspricht auch den erwarteten Einnahmen, die hier sprudeln sollen. jt

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Quelle: ta

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Lefay Resort, Gardasee

Es ist gar nicht so leicht, sich direkt am Gardasee zu erholen. Kaum ein Strandabschnitt ist frei zugänglich, die Straßen rund um den See sind immer verstopft, am Ufer reihen sich Discos an Vergnügungsparks an Windsurfing-Center. 400 Meter über diesem Halligalli, am steilen Westufer bei Gargano, liegt das Lefay Resort, ein luxuriöses Bio-Hotel mit spektakulär schöner Spa-Landschaft. Der Gast liegt im 32 Grad heißen Salzwasser-Whirlpool und genießt einen sensationellen Ausblick auf die Berge und das Südende des Sees bis ins Flachland. Im 28 Grad warmen Sportbecken kann man schön Bahnen schwimmen - oder einfach am Rand des Pools dümpeln und auf das ameisenartige Treiben unten im Tal schauen. Im Hintergrund zirpen die Grillen, der Wind streicht durch die Apfelbäume, es duftet nach Lavendel - und der Begriff "Infinity Pool" bekommt eine neue Bedeutung: Eigentlich möchte man hier für immer weiter plantschen, bis in die Unendlichkeit, Amen. ta

Freibad im Ruhrgebiet

Quelle: ag.ap

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Kokerei Zollverein, Essen

Vielleicht bieten gerade solche Orte die beste Erholung, die meilenweit davon entfernt sind. Die gar nicht versuchen, sich als Wohlfühloase aufzuspielen und jeden Gedanken an Arbeit zu verdrängen. Auf der Kokerei Zollverein in Essen wurden früher bis zu 8600 Tonnen Koks am Tag produziert, jeder Quadratzentimeter atmet den Geist der Maloche.

Heute leuchtet inmitten ausrangierter Maschinen, Kühltürme und Stahlrohre ein azurblauer Pool. Mit schierer Größe kann er nicht beeindrucken, ist er doch nur fünf Meter breit und zwölf lang. Dafür ist das Bassin am Kopf der Koksofenbatterie 9 mehr als ein Badeort. Es ist: Kunst. Ein Symbol für den Strukturwandel im Ruhrgebiet wollten die Künstler Dirk Paschke und Daniel Milohnic mit dem "Werksschwimmbad" schaffen, das aus zwei zusammengeschweißten Überseecontainern besteht und seit 2001 sommers geöffnet ist. Vom Sonnendeck lässt sich bestens das Weltkulturerbe bewundern, wer Kühlung vorzieht, kann das auch unter Wasser durch in die Container gefräste Löcher tun. Kohle braucht man nicht, um zu schwimmen - der Eintritt ist frei. from

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Quelle: getty images

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Algarrobo, Chile

Die Warnung "schwimm nicht zu weit hinaus" ist hier mal wirklich berechtigt. Der größte Swimmingpool der Welt steht im Resort San Alfonso del Mar im chilenischen Badeort Algarrobo. Die per Satellitenfoto gut überschaubaren Ausmaße des Beckens: 1013 Meter lang, acht Hektar groß, gefüllt mit 250 Millionen Litern Wasser - was etwa 6000 durchschnittlichen Swimmingpools entspricht, wie man sie in jedem x-beliebigen Vorgarten findet. Die künstliche Lagune ist direkt ans Meer gebaut. Es hat hier nur fröstelige 16 Grad, ist von gefährlichen Strömungen durchzogen und schreckt Wassersportler außerdem mit scharfkantigen Korallen ab. Auf der anderen Seite des Strandes kraulen die Badegäste durch kristallklares, 26 Grad warmes Wasser, das aus dem Pazifik stammt und durch eine Filteranlage zirkuliert.

Erfunden hat diese Technik der Biochemiker und Immobilienbesitzer Fernando Fischmann. Er scheint ein realistischer Mensch zu sein. "Weiße Sandstrände, Palmen, türkisfarbenes, klares, ruhiges Wasser - das gibt es doch nur an sehr, sehr wenigen Orten auf der Welt", meint er - und zwar am ehesten dort, wo er mit seiner Firma aktiv geworden ist. Seine Bademeister sind übrigens nicht in Flottenstärke oder mit Helikoptern über dem Swimmingpool unterwegs. Gerade mal sechs Angestellte halten die Anlage in Schuss. jt

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The Tank, Las Vegas

Wir radeln mit Helmen, klettern mit Seilen, fahren Autos, die mehr Panzer als Gefährt sind. Das ist natürlich sinnvoll, doch manchmal wünschen wir uns in dieser hoch gesicherten Welt den Nervenkitzel zurück. Die Tollkühnen ziehen in den Dschungel, der Rest reist nach Las Vegas. Dort steht das Golden Nugget Hotel, das einen besonderen Pool bietet. The Tank umgibt ein Aquarium mit 75.000 Litern Wasser, in dem Haie schwimmen. Weil das immer noch viel zu langweilig ist, können sich Gäste in eine dreistöckige Rutsche werfen und zwischen den Haien hindurch sausen. Plexiglaswände trennen Tier und Mensch, aber weiß man, ob sich nicht doch ein Loch auftut?

Haiforscher beschreiben in diesem Kontext die "Angstzination" - den Zustand gleichzeitiger Angst und Faszination. Den Pool finden sie dabei genauso misslich wie den Film "Der weiße Hai". Rufschädigend seien solche Zerstreuungen, sagen sie, sterben doch nur zehn Menschen im Jahr an Haibissen. Theoretisch könnte das auch im Aquarium passieren. from

Bondi Beach - Iceberg

Quelle: Iceberg

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Bondi Icebergs Pool, Sydney

Wenn die Wellen an die Küste peitschen, ist nicht zu erkennen, wo das Meer aufhört und das Schwimmbecken beginnt. Und dass die Wellen am Bondi Beach in Sydney oft hochschlagen, verrät schon der Name: Bondi ist eine Wendung der Aborigines für den "Krach der Wellen, die sich an den Klippen brechen". Wer hier nicht nur mal ins Becken hopsen oder auf einen Cocktail vorbeikommen will, sondern dem örtlichen Winterschwimmklub beitreten möchte, muss eine - mit Verlaub - richtig coole Sau sein. Denn um ein echter "Bondi Iceberg" zu werden, müssen Anwärter fünf Jahre lang an mindestens drei von vier Sonntagen an den "Winter Swimming Events" teilnehmen. Die Saison dauert von Mai bis September, und da sinkt die Wassertemperatur schon mal deutlich unter 20 Grad Celsius. Zu Trainingszwecken schmeißen die Eisberge gern auch zusätzliche Eisblöcke ins Becken. cgn

Infinity-Pool Perivolas,Infinity-Pool Perivolas, Griechenland

Quelle: Perivolas

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Perivolas, Santorin

Dieser Pool ist ein Coverstar - kein namhaftes Reisemagazin, das ihn nicht schon einmal auf dem Titel gehabt hätte. Es versteht sich von selbst, dass nicht jeder darin schwimmen darf. Das Eintrittsgeld beträgt mindestens 520 Euro pro Nacht - so viel kostet die kleinste Wohneinheit im Hotel Perivolas auf der griechischen Insel Santorin. Die Fünfsterne-Anlage thront auf einer Klippe hoch über der Ägäis; Gäste, die in den Pool steigen und beherzt Richtung Abgrund schwimmen, erleben nichts Geringeres als: The Big Blue. Die Wasseroberfläche scheint sich übergangslos ins Meer hinein fortzusetzen, nur das Blau wird noch ein bisschen dunkler... Wer sich angesichts dieser horizonterweiternden Erfahrung dennoch die Mühe macht, in ein Taxi zu steigen, hinunterzufahren und ins echte Meer zu springen, wird die Erfahrung machen: Der Infinity-Pool reicht weiter. tar

villa d'este, floating swimmingpool

Quelle: Villa d'Este

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Villa d'Este, Comer See

Na ja, ein Schwimmbad im See, haben das andere Hotels nicht auch? Wer beim Anblick des schwimmenden Pools der Villa d'Este am Comer See diese Frage stellt, hat völlig recht. Andererseits verhält es sich mit dieser Kritik ähnlich wie mit der Feststellung, dass die Häuser in Monaco hässlich sind: Sie ist irrelevant. Denn ein Luxushotel an einem der teuersten Flecken Oberitaliens, in dem seit 500 Jahren die Prominenz ein und aus geht, braucht für sein Selbstverständnis keine Rekorde. Es hat sich das schwimmende Schwimmbad mit integriertem Jacuzzi (zwei weitere Pools befinden sich im und am Hauptgebäude) aus ganz praktischen Erwägungen in den See gebaut.

An einem Gewässer, an dem die Reichen und Schönen jeden Uferzentimeter mit Gold aufwiegen und die wenigen freien Zugänge mit Touristen bevölkert sind, ist jedes Mittel der Distinktion überlebenswichtig. Da muss man mit seinem Pool eben gut hundert Meter in den See hinaus, um sich den Gaffern zu entziehen. Die Belohnung? Man genießt atemberaubende Blicke auf die Alpenausläufer, macht sich im See nicht schmutzig - und der Pöbel schwimmt drumrum. rff

Ubud Hanging Gardens, Main Pool

Quelle: Orient Express

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Hanging Gardens, Bali

Wenn Bali die Insel der Götter ist, dann muss das ihre Badewanne sein: An der Kante, so scheint es, hört die Welt auf - oder fängt dort das Paradies an? In den beiden elliptisch geformten Becken, die zum Hanging Gardens Hotel & Resort im balinesischen Ubud gehören, lässt es sich doch aushalten: Der auf zwei Ebenen angeordnete Pool ist stets mit wohltemperiertem Wasser gefüllt, und wer ans vermeintliche Ende der Welt schwimmt und über den Rand hinausschaut, blickt auf die steil abfallenden Reis-Terrassen Ubuds.

Die Stadt mit 30.000 Einwohnern gilt als kulturelles Zentrum der Insel und liegt etwa 30 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Denpasar. Auf der gegenüberliegenden Seite des von Dschungel bedeckten Tals steht in Sichtweite der Badenden ein antiker Hindu-Tempel, und am Beckenrand sind garantiert immer ein paar bequeme Liegestühle mit flauschigen Handtüchern frei. Neben den beiden Gemeinschafts-Schwimmbecken für alle Gäste des Resorts verfügt jede der 38 balinesischen Luxushütten, die auf Holzpfählen ruhen und sich an die natürlichen Kurven der Landschaft anschmiegen, über einen eigenen kleinen göttlichen Pool - da fehlen nur noch Nektar und Ambrosia. cgn

© SZ vom 21.07.2010/che
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