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Die Rückkehr der Hausbar:Cocktails im Wohnzimmer

Die Deutschen haben ihr Wohnzimmer wieder entdeckt - und mit ihm die Hausbar. Wer privat zum Barmixer werden will, braucht die nötige Ausstattung und Tipps von den Profis.

Ulrike Bretz

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Die Rückkehr der Hausbar, Cocktails im Wohnzimmer; iStockphotos

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Hobbykeller, in denen man an der Hausbar mit Kiefernholztresen sitzt, sind schon lange out. Aber auch das Geld für einen feuchtfröhlichen Abend in einer angesagten Bar sitzt in einer Wirtschaftskrise nicht mehr so locker: Gute Zeiten für ein Comeback der Hausbar.

Die Deutschen lieben ihr Wohnzimmer: Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Infratest halten sich fast 70 Prozent der Deutschen am liebsten in ihrem Wohnzimmer auf. Auf Cocktails wollen sie dort trotzdem nicht verzichten, zur Freude der Hersteller von Hausbars. Die verzeichnen eine verstärkte Nachfrage nach dem Tresen für zu Hause. Die Hausbar kommt zurück - aber was benötigen Hobbymixer, um sich und den Gästen Drinks zu mixen? Wir haben Profis nach ihren Tipps gefragt.

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Die Rückkehr der Hausbar, Cocktails im Wohnzimmer, Spirituosen; iStockphotos

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Klein anfangen: Peter Bohrmann, Mitglied im Vorstand der Deutschen Barkeeper-Union, hat kein Problem damit, dass sich immer mehr Laien hinter den Tresen stellen. Im Gegenteil: Er schreibt Bücher für Hobbymixer. Er rät Anfängern, mit einer kleinen Grundausstattung an Spirituosen zu starten: Gin, Rum, Whiskey, Wermut und Sekt. Das lässt sich beliebig ausbauen - mit dem bitteren Pomeranzenlikör Triple Sec aus Trinidad, mit Tequila, mit aromatisiertem oder schwarzem Wodka - je nachdem, ob man es fruchtig-süß, cremig oder eher sauer mag. Ganz groß im Kommen: japanischer Whiskey.

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Die Rückkehr der Hausbar, Cocktails im Wohnzimmer, Säfte; iStockphotos

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Süß und fruchtig: Weil es nicht immer purer Alkohol sein muss, gehören auch Säfte in die Hausbar. "Da ist alles erlaubt", sagt Bohrmann, "von Ananassaft über Orangen- und Zitronensaft bis hin zu Cranberrysaft." Auch ganz Süßes, wie Mandelsirup oder Grenadine, gehört in die Regale. Das gleiche gilt für Ginger Ale und Tonic Water. Wer cremige Drinks wie Piña Colada mag, sollte immer einen Becher Sahne im Kühlschrank haben.

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Die Rückkehr der Hausbar, Cocktails im Wohnzimmer, Bargeräte; Pierre Kamin

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Auch Bohrmanns Kollege Gregor Schattenmann, ausgebildeter American Bartender aus Erfurt, versteht, dass sich nicht jeder die oft teuren Cocktails leisten kann und möchte. Er hat selbst eine Hausbar. Sein Tipp: Die Bar Schritt für Schritt ausstatten und sich nicht verzetteln. Ein paar Geräte müssen aber sein. Zum Beispiel ...

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Die Rückkehr der Hausbar, Cocktails im Wohnzimmer, Bargeräte; Pierre Kamin

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... ein Stößel: Damit lassen sich Limetten und andere Früchte zerdrücken, etwa für den "Caipirinha". Auch wenn der Stößel aus Holz günstiger ist: Gregor Schattenberg rät davon ab, da er zur Bakterienfalle werden kann. Wer nicht will, dass der Stößel anfängt zu schimmeln, sollte sich für die etwas teurere Variante aus Metall entscheiden.

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Ein Barsieb, ein sogenannter Strainer, gehört ebenfalls in die Grundausstattung: Damit lassen sich Eis und Fruchtstücke, die nicht mit ins Glas sollen, zurückhalten. Einfach auf den Shaker auflegen und schütten.

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Das Barmaß ist ein Muss - schließlich kommt es bei Cocktails auf die genaue Dosierung an.

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Profis benutzen zudem einen Barlöffel - damit lassen sich 0,25 cl oder 0,5 cl genau abmessen. Wer den Löffel nur zum Rühren braucht, kann auch einen einfachen Eislöffel nehmen, rät Barprofi Bohrmann.

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Zur richtigen Dosierung gehört auch ein Ausgießer. Er wird oben auf den Flaschenhals gesteckt und sorgt dafür, dass nicht alles auf einmal ins Glas schwappt.

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Die Rückkehr der Hausbar, Cocktails im Wohnzimmer, Bargeräte; Pierre Kamin

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In einem Mixglas werden die Cocktails gerührt und können direkt serviert werden.

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Die Rückkehr der Hausbar, Cocktails im Wohnzimmer, Shaker; Pierre Kamin

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Gut geschüttelt: Schon ein einfacher Cocktailshaker sorgt für den richtigen Schaum. Profis benutzen auch gerne Shaker aus Silber. "Aber die muss man nur unnötig polieren", sagt der Barmeister Peter Bohrmann - und rät zur günstigen Edelstahl-Alternative aus dem Supermarkt.

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Mit dem Eiscrusher verhält es sich ähnlich: Wer will, leistet sich ein schickes Küchenaccesoire im Vintage-Stil. Einen günstigeren Tipp hat Barmeister Bohrmann: Einfach die Eiswürfel in ein Handtuch wickeln und mit einem harten Gegenstand draufklopfen.

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Die Rückkehr der Hausbar, Cocktails im Wohnzimmer, Cocktailspitz; Pierre Kamin

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Zum stilechten Genießen gehört das richtige Glas. Der Klassiker ist der Cocktailspitz, in dem der Paradiescocktail (im Bild) und Martini serviert wird, und das Hurricaneglas, das an eine Biertulpe erinnert. Der Planter's Punch gehört ins Longdrinkglas, der Whiskey in den Tumbler, der Sekt in die Flöte.

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Die Rückkehr der Hausbar, Cocktails im Wohnzimmer,

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Gregor Schattenberg rät Anfängern, mit einfachen und schnellen Drinks zu starten - zum Beispiel der "Lynchborg Lemonade" mit Tennessee-Whiskey. Dafür nimmt er ein Shakerglas, in dem der Drink auch serviert wird.

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Schritt für Schritt: Mit dem Messbecher misst Schattenberg 4 cl Whiskey, 2 cl Triple Sec und 2 cl Limejuice oder Zitronensaft ab und gibt dies direkt ins Glas.

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Gerührt, nicht geschüttelt: Mit einem langen Barlöffel wird der Cocktail "Lynchborg Lemonade" im Glas gerührt.

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Fertig: Mit Zitronenlimonade füllt Schattenberg den Drink auf. Garniert wird die "Lynchborg Lemonade" mit der ungespritzen Schale einer Limone.

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Das Gefühl der siebziger Jahre kann man sich mit dem fast vergessenen Cocktail "Fotogogolie" zurückholen. Das Rezept dazu verrät Barkeeper Frank-Johannes Mehnert in seinem Buch Gemixte Barkeeperplaudereien:

Ein bis zwei Eiswürfel in eine Sektflöte geben, 5 cl Wermut abmessen und hineinschütten und mit 10 cl Sekt auffüllen.

Der "Fotogogolie" ist als Apéritif geeignet, macht sich aber auch gut als Drink am Abend.

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Die Rückkehr der Hausbar, Cocktails im Wohnzimmer, Cocktail

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Für Fortgeschrittene: Wer seine Gäste zu Hause im Wohnzimmer beeindrucken will, sollte sich am "Noupep" versuchen. Der Erfurter Barkeeper Holger Spitzki hat den exotischen Drink kreiert. Dazu benötigt man aber ein paar aufgefallene Flaschen im Regal, wie den mit einer Baumwurzel gefärbten schwarzen Wodka.

Einen halben Barlöffel Nougatcreme in einen Cocktailspitz geben. In einem Rührglas 1cl  Smirnoff Black, 2 cl Vincent van Gogh wild Apple und 1,5 cl Apfelsaft verrühren und über die Nougatcreme in den Cocktailspitz geben. Mit 1 cl Blavod (Black Vodka) floaten (aufgießen). Mit einer langen roten Peperoni garnieren - wer es scharf mag, kann damit von der Nougatcreme naschen.

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(sueddeutsche.de/bre/mmk)

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