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Die Probleme von Patchwork-Familien:Patchwork - alte Stieffamilie, nur ein wenig aufgemotzt

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Jan und Katrin machen eigentlich fast alles richtig. Sie haben ähnliche Vorstellungen, was die Erziehung der Kinder betrifft. Katrin ist sehr vorsichtig, was ihre Rolle gegenüber Jans Kindern betrifft. Sie mischt sich erst einmal nicht allzu viel ein, Jan hat es immerhin schon einige Jahre allein hinbekommen. Und auch mit der Mutter der Kinder geht es zunächst einigermaßen gut.

Marlene und Jan hatten sich getrennt, als die Mädchen zwei und sechs Jahre alt waren, vielleicht hatte sie die Mutterrolle satt, sagt Jan heute, oder sie konnte den täglichen Irrsinn aus Kindern und Haushalt einfach nicht mehr aushalten. Sie wollte wieder zurück in ihren Beruf als Grafikerin in einer großen Kölner Werbeagentur.

Jan wiederum wollte keiner von diesen Vätern werden, die ihre Kinder nur an jedem zweiten Wochenende sehen. Sie einigten sich. Marlene zog aus. Manchmal hörten die Kinder wochenlang nichts von ihr. Jan sagt: Sie pickte sich die Rosinen heraus. Die schöne Zeit. Den Spaß. Das ist nicht ungewöhnlich bei dem Elternteil, der geht, ungewöhnlich ist bei Jan und Marlene nur, dass es der Vater ist, der die Kinder großzieht. In 85 Prozent der Fälle bleiben die Kinder bei der Mutter.

Jan und Marlene sind also schon einige Jahre getrennt, als Katrin dazukommt. Und anfangs scheint Marlene die neue Frau auch zu akzeptieren. Vielleicht ist sie zunächst sogar froh. Jemand kümmert sich um die Kinder. Marlene scheint nicht eifersüchtig zu sein. Ist das also nun die perfekte Stieffamilie?

Denn so modern, wie viele Patchworker es gern darstellen, ist diese Form des Zusammenlebens nicht. Es ist letztlich die alte Stieffamilie, nur in moderneren Kleidern und ein wenig aufgemotzt. Aber das kann nur bedingt darüber hinwegtäuschen, dass dahinter noch immer alte Vorurteile und Realitäten überlebt haben. Und die sind zerstörerisch, vor allen Dingen, wenn sie nicht akzeptiert und angesprochen werden. Mehr als die Hälfte aller Patchworkfamilien gehen wieder in die Brüche.

Zwei Gründe machen Familienpsychologen für das Scheitern verantwortlich. Zum einen ist es sehr wichtig, wie die leiblichen Eltern die alte Beziehung verlassen und hinterlassen haben. Streiten sie, benutzen sie die Kinder, um sich am ehemaligen Partner zu rächen? Verlangen sie von den Kindern eine emotionale Entscheidung für oder gegen einen Elternteil? Hetzen sie gegen den alten Partner und dessen neue Frau, den neuen Mann? Oder haben sie es geschafft, zum Wohl der Kinder zumindest noch als Eltern eine gemeinsame Basis zu entwickeln?

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