Grundsätzlich bin ich der Meinung, jeder und jede sollte anziehen, was ihm oder ihr gefällt. Ob der Musikkritiker aussieht wie ein Späthippie auf der Suche nach dem verlorenen Poona, oder der Sachbearbeiter mit einem Skateboard unter dem Arm und in kurzen Hosen durch das Gebäude läuft, ist deren Sache. Früher war ich in solchen Fragen weniger tolerant, weil ich glaubte, ich müsse als Halb- und später Ganzchef den Leuten kund und zu wissen tun, dass sie, wenn sie im Namen der doch irgendwie seriösen Zeitung handelten, auch so aussehen sollten. Viele von ihnen, vor allem die Männer, zogen sich so an, dass man die Reporter bei etlichen Terminen an leicht abgeranzten Lederjacken und zumeist ungeputzten Schuhen ganz gut erkennen konnte. Nun ist Mode Geschmackssache. Ich glaube zwar, dass sich manche Texte so lesen, als seien sie von Menschen in tatsächlichen oder virtuellen kurzen Hosen geschrieben worden. Aber das ist ein sehr persönliches Urteil.
Deutscher AlltagDa wird ein Schuh draus
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Die Turnschuhe von Joschka Fischer im Deutschen Ledermuseum in Offenbach. Fischer trug die Schuhe 1985 bei seiner Vereidigung zum hessischen Umweltminister.
DPA/DPAWEBZwischen Verlotterung und Selbstoptimierung: Der Boom der Sportklamotten verrät viel über die Gesellschaft.
Kolumne von Kurt Kister
