bedeckt München 12°
vgwortpixel

Internet: Do-it-yourself-Plattform DaWanda:Mit dem Umsatz wächst auch die Zahl der Kritiker

sueddeutsche.de: Wann beginnt bei Ihnen das Weihnachtsgeschäft?

Claudia Helming: Ab dem 1. November, da wollen viele unserer Kunden mit dem Dekorieren beginnen und suchen nach Krippen oder Adventskränzen. In diesem Jahr haben wir schon über 5000 Adventskalender verkauft. Die richtig spannende Zeit beginnt dann aber in der letzten Novemberwoche, wenn nach Geschenken für das Fest gestöbert wird.

sueddeutsche.de: Wie wichtig ist dieses Geschäft für ihren Jahresumsatz?

Helming: Weihnachten war schon immer unsere wichtigste Zeit und wird es auch bleiben. Da machen wir 35 Prozent unseres Umsatzes.

sueddeutsche.de: In den vergangenen Monaten wurde häufig kritisiert, DaWanda sei zu kommerziell geworden. Statt Hobbybastlern würden immer mehr Geschäftsleute als Verkäufer auftreten.

Helming: Das kann man so nicht stehenlassen. Der Großteil der Verkäufer macht das nebenbei aus Freude, vor allem jetzt im Winter. Nur rund 20 Prozent der Nutzer haben in DaWanda ihre einzige Erwerbsquelle. Und wir als Geschäftsführer kennen viele von ihnen persönlich, wir wissen auch, wie klein die bei uns angefangen haben. Wenn sie mit dem Verkauf ihrer Produkte großen Erfolg hatten und jetzt davon leben, ja vielleicht sogar Leute anstellen können, ist das doch wunderbar.

sueddeutsche.de: Wunderbar wohl vor allem auch für Sie als Geschäftsführerin. Sie verdienen an jedem verkauften Produkt.

Helming: Sicher, von diesen Hauptberuflern kommt ein Großteil unseres Umsatzes.

sueddeutsche.de: Bisher haben Sie sich immer recht bedeckt gehalten, wenn es um genaue Zahlen ging. Man erfuhr nur, dass der Umsatz stetig gestiegen sein soll. 2009 soll es dann einen Umzug in ein größeres Büro in Berlin Mitte gegeben haben. Wie sehen sie denn nun konkret aus, die Zahlen?

Helming: Der Umsatz hat sich 2010 tatsächlich sehr erfreulich entwickelt, im Vergleich zum Vorjahr konnten wir ihn verdreifachen. Er ergibt sich aus fünf Prozent des Verkaufspreises und der zusätzlichen Einstellungsgebühr, die je nach Artikel zwischen zehn und 30 Cent liegt. So kommen wir in diesem Jahr auf einen Umsatz von drei Millionen Euro. 2007, in unserem ersten Geschäftsjahr, lag er noch weit unter einer halben Million. So können Sie sich grob ausrechnen, wie hoch der Wert der Waren ist, die wir umsetzen.

sueddeutsche.de: Bei den stetig steigenden Zahlen liegt der Schluss nahe, dass der vielbeschriebene Trend zum Selbermachen weiter andauert.

Helming: Auf jeden Fall, DaWanda ist der beste Beweis dafür. Gestrickt, genäht oder gebastelt wurde zwar schon immer. Aber in den vergangenen Jahrzehnten assoziierte man das mit Altbackenem. Diese Zeiten sind vorbei, Handarbeit hat einen Imagewandel hinter sich. Heute stehen die Individualität, der Spaß und die Kreativität im Vordergrund - alles sehr positive Dinge.

sueddeutsche.de: Und DaWanda profitiert von diesem Trend.

Helming: Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und behaupten: Wir haben mit DaWanda dazu beigetragen, dass er überhaupt sichtbar wurde.

Gesundes zu Weihnachten

Die richtige Würze