Das kleine Schwarze:Modische Meilensteine

2011 feiert das kleine Schwarze seinen 85. Geburtstag. In der Modegeschichte gibt es aber noch mehr zeitlos schöne Klassiker. Die legendärsten Kleidungsstücke

Von Kathrin Hollmer

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Stilikonen

Quelle: Getty Images

2011 feiert das kleine Schwarze seinen 85. Geburtstag. In der Modegeschichte gibt es aber noch mehr zeitlos schöne Klassiker. Die legendärsten Kleidungsstücke aller Zeiten in Bildern.

Das kleine Schwarze

Coco Chanel sah vor allem den praktischen Wert von Mode. Sie entwarf als Erste bequeme Jersey-Kostüme und gilt als Erfinderin des Modeschmucks. 1926 gelang ihr der bis dahin größte Coup: Sie kreierte das kleine Schwarze als praktisches Gesellschaftskleid, das je nach Anlass mit Accessoires entsprechend gestylt wurde. Weltberühmt wurde das Kleid aber erst durch Audrey Hepburns Auftritt im Film Frühstück bei Tiffany. Sie trug ein Modell von Hubert de Givenchy, was ihm fälschlicherweise den Ruf als Erfinder des kleinen Schwarzen einbrachte. Bis heute passt sich das dezente, kurze, aber elegante Kleid immer wieder dem Zeitgeschmack an und darf in kaum einer Designerkollektion fehlen. 

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Das kleine Schwarze:Die Marlenehose

Stilikonen

Quelle: Getty Images

Dass Marlene Dietrich als Frau in den dreißiger Jahren Hosen trug, war ein Skandal. Die Schauspielerin tat das mit so einer Überzeugung, dass ein Modell sogar nach ihr benannt wurde: Als "Marlenehosen" bezeichnet man bis heute Modelle, die an der Taille hoch und eng geschnitten sind und an den Oberschenkeln und Knöcheln weit flattern.

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Das kleine Schwarze:Der Trenchcoat

Ingrid Bergman, Humphrey Bogart

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Der Klassiker unter den Mänteln taucht unabhängig von Trends jede Saison in vielen Designerkollektionen auf. Das Original stammt von Thomas Burberry, dem Begründer der Marke Burberry. 1914 entwarf der Designer für die britischen Soldaten im Ersten Weltkrieg einen wetterfesten Militärmantel (das englische Wort trenchcoat bedeutet Schützengrabenmantel). Bald fand das Stück Einzug in die Alltagsmode. Berühmt machten ihn in den vierziger Jahren Stars wie Humphrey Bogart und in den Sechzigern Peter Falk als Kultinspektor Columbo. Typisch für den Übergangsmantel sind die kamelbraune Farbe, der Umlegekragen, das breite Revers und der Taillengürtel. Die Marke des Trenchcoat-Erfinders, Burberry, ist bis heute berühmt für seine Mäntel.

Im Bild: Humphrey Bogart und Ingrid Bergman in "Casablanca"

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Das kleine Schwarze:Das Chanel-Kostüm

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1954 gelang Coco Chanel ihr letztes großes Meisterstück: Mit dem Chanel-Kostüm erfand die Modeschöpferin den Klassiker unter den Frauenkostümen. Typisch sind der melierte Tweed-Stoff, die hüftlange Kostümjacke mit einreihigen Goldknöpfen, die charakteristisch bordierten Kanten sowie der leicht ausgestellte Rock. In Abwandlungen taucht das Kostüm bis heute bei den Modenschauen von Chanel auf, mal mit größeren, mal mit kleineren Abweichungen vom Original.

Im Bild: Coco Chanel in einem von ihr entworfenen Chanel-Kostüm

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Das kleine Schwarze:Das Twinset

Twinset Mode

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Ein Pullover mit Strickjacke in der gleichen Farbe und aus demselben Material ist stilistisch wenig aufregend - kein Wunder, dass das Twinset bis heute als Symbol der spießigen fünfziger Jahre gilt. Geprägt haben dieses Image Schauspielerinnen wie Doris Day, aber auch Stilikonen wie Grace Kelly und Jackie Kennedy trugen die brave Strick-Kombination. Als Erfinder gilt der Designer Otto Weisz, der das erste Twinset angeblich 1934 für das britische Strickwaren-Label Pringle of Scotland entworfen hat. Seit den fünfziger Jahren taucht das konservativ anmutende Strickensemble immer wieder in der Mode auf.

Im Bild: Ein Model im Twinset, 1955

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Das kleine Schwarze:Das T-Shirt

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So banal es anmutet, so legendär ist das T-Shirt und sein Siegeszug. Es war ursprünglich das Unterhemd der Matrosen, in den fünfziger Jahren wurde es erstmals als Oberkleidung getragen. Schnell wurde es das Symbol der Halbstarken, allen voran James Dean mit dem Film ... denn sie wissen nicht, was sie tun. Der Erste, der das T-Shirt im Kino trug, war allerdings Marlon Brando in Der Wilde. Bis heute ist das praktische Kleidungsstück nicht aus der Alltagsmode wegzudenken.

Im Bild: James Dean in "... denn sie wissen nicht, was sie tun", 1955

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Das kleine Schwarze:Das Marilyn-Kleid

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Als Marilyn Monroe im Film Das verflixte siebte Jahr auf einem Lüftungsschacht stand und unbeholfen ihr weißes Kleid zu bändigen versuchte, ging das rückenfreie, weit ausgestellte und etwa knielange Neckholder-Dress als "Marilyn-Kleid" in die Geschichte ein. Bis heute wird es so bezeichnet - nicht nur als Faschingskostüm, wenn man sich wie die Filmikone verkleidet.

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Das kleine Schwarze:Der Minirock

Mary Quant, 1966

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Eine modische Revolution gelang Designerin Mary Quant in den "Swinging Sixties" mit der Erfindung des Minirocks. Bereits in den fünfziger Jahren kreierte die Besitzerin der legendären Londoner Boutique "Bazaar" ihre erste Mini-Kollektion, in den Sechzigern gelang ihr mit dem Minirock der Durchbruch. Sie befreite mit dem Rock, der über den Knien endete, die Frauen von der spießigen Mode der Nachkriegszeit - und bescherte ihnen ein Kleidungsstück, das bis heute in keinem Schrank fehlen darf.

Im Bild: Mary Quant vor dem Londoner Buckingham Palast bei der Verleihung des "Order of the British Empire".

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Das kleine Schwarze:Damen-Smoking

Damen-Smoking Smoking Hosenanzug Anzug Yves Saint Laurent Mode Model

Quelle: AFP

Seit seiner Erfindung im 19. Jahrhundert war der Smoking, wie eigentlich jede Art von Hose, fest in Männerhand. 1966 nahm Yves Saint Laurent als erster Designer einen Damen-Smoking in seine Kollektion auf - und sorgte damit für einen Skandal, der ihn wiederum als Designer noch berühmter machte. Dieser Schritt passte in die sechziger Jahre, in denen die weibliche Emanzipation auf dem Vormarsch war. Den strengen Hemdkragen ersetzte Saint Laurent durch ein Jabot, die Krawatte oder Fliege durch eine Schleife, der Schnitt wurde femininer. Bis heute gilt der Damen-Smoking als ebenbürtige Alternative zum Abendkleid.

Im Bild: Ein Model mit einem Damen-Smoking von Yves-Saint-Laurent, 1967

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Das kleine Schwarze:Das Wickelkleid

wickelkleid kleid wrapdress wrap dress Mode

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Mit der Veröffentlichung ihrer schräg geschnittenen Wickelkleider und -oberteile in der Vogue 1972 gelang der Designerin Diane von Fürstenberg die berühmteste Kreation ihrer Karriere: Das Wickelkleid (Wrap Dress) verkaufte sich bereits 1976 über fünf Millionen Mal und ist bis heute eines der beliebtesten Sommerkleider überhaupt. Wie alle modischen Klassiker wird auch das Wickelkleid immer wieder neu interpretiert - und kommt nie aus der Mode.

Im Bild: Sir James Goldsmith mit Lady Annabel Birley in einem Wickelkleid, 1976

© sueddeutsche.de/holl/bre/bön
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