bedeckt München 18°
vgwortpixel

Corona:Papi ist jetzt auch gestresst

Großvater mit Enkelkind am Starnberger See, 2016

Jetzt geht es Papa mal wie Mama.

(Foto: Florian Peljak)

Homeoffice, Homeschooling oder Kurzarbeit: Viele Familien verbringen wegen der Pandemie weit mehr Zeit miteinander als vorher. Wie stressig die Kinderbetreuung ist, erkennen jetzt auch die Väter.

Vor der Corona-Krise war der Job für Väter der größte Stressfaktor, in der Pandemie sind es die Kinder. Das geht aus zwei Forsa-Umfragen im Auftrag der in Hannover ansässigen Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) hervor.

42 Prozent der im April und Mai befragten Männer mit Kindern unter 18 Jahren gaben an, wegen der Erziehung und Betreuung des Nachwuchses unter Druck zu stehen. 36 Prozent bezeichneten ihre Ausbildung beziehungsweise ihren Beruf als aktuell besonders stressig.

Im November 2019 hatte noch fast die Hälfte aller Väter angegeben, hohen Belastungen im Job ausgesetzt zu sein. Nur ein Drittel der Männer fühlte sich damals wegen der Kinder gestresst.

Bei den Müttern hat sich die Gewichtung der Stressfaktoren dagegen seit Beginn der Pandemie kaum verändert: Schon 2019 fühlte sich etwa die Hälfte durch die Erziehung und Betreuung gestresst, etwa ein Drittel wegen des Jobs. Insgesamt sehen sich Mütter in der Krise allerdings deutlich stärker belastet als Väter.

Knapp jede zweite Frau (44 Prozent) steht derzeit nach eigenen Angaben sehr häufig bis häufig unter Stress, bei den Männern nur jeder Dritte (32 Prozent). Zur Reduzierung von Stress in der Corona-Krise wünscht sich die Hälfte der befragten Eltern zusätzliche finanzielle Unterstützung. Für ein Drittel wären flexiblere Arbeitsbedingungen und mehr Anerkennung vom Arbeitgeber hilfreich. Während gut die Hälfte der Frauen sich mehr Hilfe im Haushalt wünschen, ist dieser Punkt nur für knapp ein Viertel der Männer wichtig.

© SZ/dpa
Junge zeigt seinen Mittelfinger Bonn Germany 02 11 2012 MODEL RELEASE vorhanden Bonn Deutschlan

SZ Plus
Erziehung
:Ich zähle bis drei

Kinder zu bestrafen bringt meist nichts und kann negative Folgen haben. Nicht einmal Wenn-dann-Sätze sollten in der Erziehung fallen. Aber wie geht das eigentlich?

Von Claudia Fromme

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite