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Corona-Krise und Gesellschaft:Worauf es wirklich ankommt

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Unser Universum ist plötzlich sehr viel kleiner geworden.

(Foto: Collage: Christian Tönsmann)

In der Krise entdecken viele Leute, dass man für ein gutes Leben viel weniger braucht, als man bisher dachte. Über einen neuen Hedonismus, der den blinden Konsum ersetzt - und das Allgemeinwohl nicht außer Acht lässt.

Von Hilmar Klute

Im kalten März dieses Jahres hielt der Begriff Corona-Party Einzug in die deutsche Sprachkultur und machte eine rasche Karriere vom Schmäh- zum Abschiedswort: Was dort unter eher schlechten Vorzeichen gefeiert wurde, war also das Ende des unbeschwerten Genusslebens in Deutschland und anderswo. Während überall die Rollläden runtergingen und hier und da schon die ersten OP-Masken über die Nasen wuchsen, feierten ein paar Unbelehrbare so frech-fröhlich ihre Unbelehrbarkeit, dass man selbst als Skeptiker der rigorosen Maßnahmen mit dem Finger an alle erreichbaren Stirnen tippen mochte. Nichts schien mit einem Mal so falsch, so unpassend geworden wie die Feier des Lebens, nichts schien so abseitig zu sein wie ausgelassene Sorglosigkeit von Menschen, die sich nahe sind. Wie im Handumdrehen wurden alle, die sonst das regelmäßige Feiern für einen Ausdruck von gesellschaftlicher Freizügigkeit hielten, zu schmallippigen Pietisten. Wer Party machte, war mit einem Mal schlimmer als jemand, der sich im Veggie-Burger-Café eine Chesterfield ansteckt.

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