Schaumweinproduktion und Umweltschutz Grüner Champagner

Herstellung und Vertrieb von Champagner setzen umweltschädliches Kohlendioxyd frei. Leichtere Flaschen aus dünnerem Glas sollen den Schaumwein nun klimafreundlicher machen. Auch die großen Champagnerhäuser machen mit.

Von Johannes Willms

Auch der Comité Interprofessionel du Vin de Champagne (CIVC), der Dachverband der Champagnerkellereien und Winzer, setzt sich für den Klimaschutz ein. Bis 2020, so das ehrgeizige Ziel des Verbandes, sollen die Kohlendioxydemissionen, die bei Produktion und Vertrieb des Champagners anfallen und die auf gut 200.000 Tonnen pro Jahr beziffert werden, um 25 Prozent gesenkt werden. Ein Beitrag dazu ist die Entwicklung einer neuen Champagnerflasche, die mit einem Leergewicht von 835 Gramm genau 65 Gramm weniger wiegt als die bislang üblichen 0,75 Liter-Flaschen. Die leichteren und kaum merklich schlankeren Flaschen sollen jährlich eine Einsparung von etwa 8000 Tonnen Kohlendioxyd ermöglichen. Allein schon bei der Herstellung der neuen Champagnerflaschen soll der Kohlendioxydausstoß um sieben Prozent pro Flasche gesenkt werden. Außerdem lassen sich von diesen Flaschen etwa 2400 mehr auf einen Lastwagen laden, was die Zahl der Fuhren reduziert.

Neu konzipierte Champagnerflaschen unterstützen den Klimaschutz: Mit ihrem reduzierten Gewicht sollen sie die Kohlendioxydemissionen, die bei Produktion und Vertrieb des edlen Schaumweins entstehen, verringern.

(Foto: Comité Champagne)

Die Entwicklung der neuen Champagnerflasche dauerte mehrere Jahre und durchlief eine große Zahl von Eignungstests und Marktversuchen. Dieser Aufwand war notwendig, denn die neue Champagnerflasche sollte das charakteristische Aussehen der vertrauten Flaschen ebenso bewahren wir deren Sicherheit gewährleisten. Eine Champagnerflasche muss einem Druck von gut sechs bar standhalten, der bei der zweiten Gärung freigesetzt wird. Zum anderen mussten die neuen Flaschen so gestaltet sein, dass sie die mechanisierten Produktionsstadien in den Champagnerkellerein reibungslos passieren können. Das alles wurde erreicht durch eine kaum merkliche Verschlankung der Flaschenschulter sowie durch ein etwas dünneres Glas, dessen Stabilität durch eine ebenfalls kaum erkennbare Vergrößerung der konischen Vertiefung im Flaschenboden erzielt wird. Trotz der dünneren Flaschenwände ist in den neuen Flaschen genauso viel Champagner wie in den alten.

Der Dachverband der Champagnerproduzenten geht davon aus, dass ab April kommenden Jahres die Lese 2010 von allen Produzenten in diese Flaschen abgefüllt wird, sie sollen nach Abschluss der Gärung in drei Jahren auf den Markt kommen. Ein großes Champagnerhaus, Vranken-Pommery Monopole, zu dem auch Heidsieck & Company gehört, führte schon vor einigen Jahren die neuen Flaschen ein. Dem Beispiel folgten nach Auskunft des Champagnerverbandes in diesem Jahr auch Moët & Chandon, Veuve Cliquot sowie eine Reihe weiterer Produzenten.