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Brief an Johnny Depp:"Dear Johnny"

Der "Fluch-der-Karibik"-Star besucht Grundschüler und schenkt seinen Teamkollegen am Set wärmende Jacken. Es wird Zeit, dass sich jemand um ihn kümmert.

von Kathrin Hollmer

Lieber Johnny Depp,

Johnny Depp

Besuch in der Grundschule, Geschenke für die Kollegen am Set, wohltätige Spenden: Schauspieler Johnny Depp macht seinem Ruf als Gutmensch alle Ehre.

(Foto: ag.ap)

in letzter Zeit machst Du Deinem Image als Gutmensch ja alle Ehre. Zuerst hast Du einem neunjährigen Mädchen seinen größten Wunsch erfüllt. Im Piratenkostüm hast Du die ganze Klasse in ihrer Grundschule besucht und gemeinsam mit Schauspielkollegen für sie gesungen und getanzt. Ich muss zugeben, ich war etwas neidisch.

Nur ein paar Tage darauf kaufst Du für Deine Film-Crew 500 wasserdichte und wärmende Jacken, weil es am Fluch-der-Karibik-Set in London so nass und kalt war. Spenden an Kinderkrankenhäuser und andere wohltätige Zwecke gehören sowieso zu Deinem Standardprogramm. Was für ein Kerl!

Da Du zur Zeit also sehr großzügig bist, dachte ich, ich schreibe Dir bei der Gelegenheit einen Brief. Du könntest doch in der Redaktion vorbeischauen und einen kleinen Piratentanz aufführen (oder einfach nur dastehen und gut aussehen). Oder Du lädst mich auf Dein Weingut in Le Plan de la Tour oder auf Deine Privatinsel auf den Bahamas ein. Würde mir beides gefallen.

Dann allerdings kam eine Nachricht dazwischen: In der Sun musste ich lesen, dass Du ganz unglücklich bist, weil Dir das Essen in England, wo Du gerade vor der Kamera stehst, überhaupt nicht schmeckt. Du wünschst Dir eigentlich "etwas Vernünftiges zu essen", sollst Du gesagt haben - und dass Du die Folienkartoffeln, Würstchen und das Hähnchen-Curry, das man Dir dort vorsetzt, "einfach schrecklich findest". In Deiner Not musstest Du dir sogar Nudeln von einem japanischen Lieferservice bestellen.

Deshalb möchte ich Dich nicht um etwas zu bitten, sondern Dir zur Abwechslung etwas Gutes tun - wenn sich schon sonst keiner richtig um Dich kümmert. Aus dem Internet weiß ich, dass Du italienisches Essen liebst und deshalb könntest Du ja zu Lasagne und Tiramisu nach München kommen!

Wenn Du also an einem drehfreien Tag Zeit hast, lade ich Dich herzlich zu mir ein. Wir sollten es nur geheim halten, sonst scharen sich am Ende irgendwelche Groupies vor meiner Wohnung.

Bis dahin verfolge ich weiter die Nachrichten aus London.

Yours sincerely

Kathrin

© sueddeutsche.de
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