Bevölkerungsentwicklung Längere Lebensarbeitszeit

Doch der Arbeitsmarkt wird sich nicht nur auf bislang unterrepräsentierte Gruppen ausdehnen, die Menschen werden auch insgesamt länger arbeiten müssen. Die ersten Schritte in diese Richtung sind bereits genommen - das gesetzliche Rentenalter ist in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen und liegt zurzeit bei 65 Jahren. Bis 2029 soll es auf 67 Jahre angehoben werden.

Eine längere Arbeitszeit bedeutet zwangsläufig, dass sich Unternehmen auf ältere Arbeitnehmer einstellen müssen. Bei körperlicher Arbeit stehen hier gesundheitsunterstützende Angebote wie Physiotherapie im Vordergrund, bei vorwiegend geistiger Arbeit eher Maßnahmen zur Weiterbildung. Angebote in beiden Bereichen gibt es bislang nur begrenzt - in den kommenden Jahren ist hier mit einer deutlichen Zunahme zu rechnen.

Doch nicht nur nach hinten wird verlängert, auch der Berufseinstieg wird sich aller Wahrscheinlichkeit verschieben - nach vorne. Die Bologna-Reform und die damit einhergehende Einführung des kürzeren Bachelorstudiums können als erste Weichenstellung in diese Richtung gesehen werden. Bislang liegt das durchschnittliche Studienabschlussalter bei mehr als 28 Jahren und damit über dem Niveau anderer Länder wie etwa den USA. In Zukunft werden die Hochschulabsolventen voraussichtlich deutlich jünger sein - und damit früher Steuern und Versicherungen zahlen.