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Behinderung und Inklusion:"Wo will der Rollstuhl denn raus?"

Behinderung Toleranz-Recherche

Es kommt immer auf die Perspektive an: In Wirklichkeit ist der Rollstuhl gar nicht so groß - und Behinderungen sind auch nicht so wichtig.

(Foto: dpa)

Muss ich einen Blinden vom Bahnsteigrand wegziehen? Hilft es, einem Stotternden die Worte in den Mund zu legen? Und kann ich Behinderte behindert nennen? Betroffene erklären Nichtbetroffenen, wie sie Situationen vermeiden, die für beide Seiten peinlich sind.

Von Sabrina Ebitsch

Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland sind schwerbehindert, fast neun Prozent der gesamten Bevölkerung. Trotzdem und trotz wachsender Bemühungen um Inklusion haben die meisten Nichtbehinderten keinen oder nur wenig Kontakt mit Menschen mit Behinderung oder anderen Einschränkungen. Entsprechend unsicher ist der Durchschnittsdeutsche, wenn es dann doch dazu kommt - wenn beispielsweise der neue Kollege im Rollstuhl sitzt oder einen ein blinder Passant nach dem nächsten Supermarkt fragt. Um Peinlichkeiten für beide Seiten, die leider noch immer allzu häufig sind, zu vermeiden, berichten fünf Betroffene aus eigener Erfahrung, wie es ist und wie es sein soll.

"Vielfalt und Vorurteile: Wie tolerant ist Deutschland?" Diese Frage hat unsere Leser in der siebten Abstimmungsrunde des Projekts Die Recherche am meisten interessiert. Dieser Beitrag ist Teil eines Dossiers, das sie beantworten soll. Alles zur Toleranz-Recherche finden Sie hier, alles zum Projekt hier.

"Ich sage ja selbst: Also, ich geh jetzt"

Manchmal fragen mich fremde Menschen, wie es denn so im Bett läuft. Und ich frage mich, warum mich fremde Menschen auf mein Sexualleben ansprechen. Ist das in deren Erziehung so üblich gewesen? In meiner jedenfalls nicht. Ich würde das bei niemandem tun, den ich nicht kenne. Dann schaue ich nach unten: Ich sitze im Rollstuhl und bei Menschen mit Behinderung wird der Rahmen des ganz normalen Miteinanders leider oft gesprengt. Das ist nicht böse gemeint, aber anstrengend. Ich kann damit umgehen, meistens zumindest. Aber auch ich habe schlechte Tage und reagiere dann mit sarkastischen Kommentaren. Wenn mir jemand beim Einkaufen meint mitteilen zu müssen, dass ich ihn inspiriere, entgegne ich: "Warum? Ich gehe nur einkaufen. Genau wie Sie auch."

Laura Gehlhaar

Laura Gehlhaar

(Foto: Arne Vossfeldt)

Am besten ist es immer, sich zu fragen: Wie würde ich das finden? Wie wäre es mir in dieser Situation am liebsten? Einfach mal kurz in sich gehen, das hilft - auch weil es einem bewusst macht, dass Menschen mit Behinderung eben auch nur Menschen sind und nicht grundsätzlich anders ticken.

Über Hilfe annehmen und anbieten

Manche mögen es nicht, aber ich finde es super, wenn mir Hilfe angeboten wird. Ignoranz ist tausendmal schlimmer. Wenn ich mit einer schweren Tür kämpfe, ist es mir lieber, dass jemand eingreift, als dass er danebensteht und zuschaut. Zumindest dann, wenn es möglich ist, Hilfe auch abzulehnen, ohne dass der andere beleidigt ist (was auch vorkommt). Aber es gibt kein allgemeingültiges Rezept, da ist jeder anders.

Über den Kniefall

Besonders bemühte Gesprächspartner gehen neben mir in die Hocke, um auf Augenhöhe sprechen zu können. Dann schaue ich aber nach unten und frage mich, ob meinem Gegenüber nicht langsam die Knie wehtun. Ich bin es gewöhnt, nach oben zu gucken, und selbstbewusst genug dafür. Körperhöhe hat nichts mit Augenhöhe zu tun.

Über sprachliche Fallstricke

"Komm, wir gehen" kann man natürlich auch zu einem Rollstuhlfahrer sagen. Das sind Sätze, die intuitiv zu unserem Vokabular gehören. Ich sage ja selbst: "Also, ich geh jetzt." Schlimm finde ich es, wenn sich Menschen nicht trauen, das Wort "Behinderung" in den Mund zu nehmen. Ich mag sprachliche Überkorrektheiten nicht - Handicap ist nun mal falsch, es ist verniedlichend und klingt eher nach Abhängigkeit (mehr dazu hier). Mit solchen Euphemismen wird das Wort Behinderung und damit auch der Zustand schlechtgemacht. Ich habe nichts gegen "Behinderter", finde aber "Mensch mit Behinderung" besser, weil der Mensch im Vordergrund steht und die Behinderung eine Eigenschaft ist - wie die Haarfarbe. "Behinderter Mensch" ist auch gut, weil es offen lässt, ob man behindert ist oder wird.

Was gar nicht geht: Wenn mich jemand auf meine Behinderung reduziert, wie es mir neulich im Bus passiert ist. Der Busfahrer hat nach hinten geschrien: "Wo will der Rollstuhl denn raus?" Ich hab nicht reagiert und mir gedacht, wenn er eine Antwort von meinem Rollstuhl will, kann er lang warten. Als er noch mal und noch mal gerufen hat, habe ich nur gesagt: "Ich nehme mal an, da, wo ich raus will." Ich definiere mich nicht über meinen Rollstuhl, ich bin tausendmal mehr als das.

Weitere sprachliche No-Gos in Gehlhaars Rollstuhlfahrer-Bullshit-Bingo.

Über politisch nicht korrekte Kinder

Kinder sind unverblümt, sie stellen Fragen, vor denen Erwachsene zurückschrecken: Warum kann die nicht laufen? Warum sitzt die Frau da drin? Ich finde es toll, wenn Kinder Dinge hinterfragen und habe eher Schwierigkeiten mit Eltern, die verschämt danebenstehen und zischen: "Guck da nicht so hin". Kinder - und nicht nur die - müssen hingucken, müssen fragen. Das ist eine Chance, von Anfang an Unsicherheiten abzubauen.

Ich lächle in solchen Situationen immer, versuche nett zu sein, auch wenn mir gerade nicht danach ist. Ich sage zum Beispiel: Weil ich nicht laufen kann. Oder: Weil ich lieber sitze. Und wenn das Kind dann wieder nach dem Grund fragt, sage ich: Spring mal. Und dann hüpft es, und ich erkläre, dass ich das meinen Beinen eben nicht genauso befehlen kann. Das verstehen Kinder. Jeder Mensch mit Behinderung hat eine Mission, aufzuklären und das Miteinander zu entkrampfen.

Laura Gehlhaar, 31, Coach, Bloggerin, Sozialheldin, Rollstuhlfahrerin

"Das Fleisch liegt auf sechs Uhr"

Wer sich vorstellt, von einem Tag auf den anderen nicht mehr sehen zu können, hat große Angst und fühlt sich hilflos. Aus dieser Angst heraus glauben Sehende, dass der Alltag von Blinden dunkel und beängstigend ist. Blinde sind aber nicht hilflos. Sie können nicht erst seit gestern nicht mehr sehen und haben längst gelernt, sich im Alltag zurechtzufinden. Klar, es gibt manche, die sich (noch) nicht trauen, allein zur U-Bahn zu gehen. Es gibt solche wie mich, die sehr mobil sind und viel unterwegs sind, und Extremfälle wie einen Bekannten, der allein in der Wildnis in den USA zeltet.

Heiko Kunert

Heiko Kunert

(Foto: Guenther Schwering; BSVH)

Immerhin hat sich in der Wahrnehmung blinder Menschen viel getan. Skurrile Situationen oder überflüssiges Mitleid erlebe ich häufiger mit Älteren, weil sie weniger Berührungspunkte mit Behinderten hatten und eine ganz andere Sicht auf sie. Aber bei den Jüngeren ändert sich das. Inklusion wird in Kindergärten und Schulen immer mehr Realität, das entkrampft das Miteinander schon früh.

Über die Gefahren des U-Bahnsteigs

Man darf nicht unterstellen, dass ein Mensch mit Behinderung per se auf Hilfe angewiesen ist. Sonst müsste ich alle zwei Meter stehen bleiben und mehr oder weniger freundliche Hilfsangebote ablehnen. Ärgerlich ist es auch, wenn mich Leute von der Treppe wegzerren oder in die U-Bahn schieben, wenn ich gar nicht einsteigen will. Sehenden fehlt das Wissen um unsere Lebensrealität: Sie haben Angst, wir könnten aufs Gleis fallen, wenn wir am Rand des U-Bahnsteigs gehen. Das ist kein Versehen, sondern liegt am Taststreifen für Blindenstöcke, der dort verläuft. Wenn ich nicht weiter weiß, spreche ich selbst jemanden an. Umgekehrt sollten Nichtbehinderte Hilfe anbieten, wenn sie wirklich das Gefühl haben, dass jemand Hilfe braucht - zum Beispiel wenn ich vom Weg abgekommen bin oder schräg statt geradeaus über die Straße gehe.

Über Friseurbesuche und Diskriminierung

Als Blinder merkt man oft, dass man nicht für voll genommen wird - oder nicht gesehen wird. Etwa wenn die Begleitperson statt einem selbst angesprochen wird. Wenn ich beim Friseur bin, wird zum Beispiel oft meine Freundin gefragt, wie meine Haare geschnitten werden sollen. Beim Arzt wird über meinen Gesundheitszustand über meinen Kopf hinweg gesprochen.

Über Essen und Wegweiser

Manchmal brauchen Blinde Infos, die Sehende nicht brauchen: Zum Beispiel sollte man Bescheid sagen, wenn man im Gespräch den Raum verlässt, damit der Blinde nicht mit dem leeren Stuhl weiterredet. Manche legen Wert auf Beschreibungen der Umgebung, sie fühlen sich dann etwa beim Essen im Restaurant wohler. Auch Angaben wie "Das Fleisch liegt auf sechs Uhr" können da hilfreich sein, wenn man sich den Teller wie ein Ziffernblatt vorstellt.

Wenn ein Blinder nach dem Weg fragt, muss man beschreiben, was man sonst zeigen würde - nicht "da entlang" sagen, sondern genaue Richtungs- und Entfernungsangaben; wichtige Stellen wie Ampeln oder Orientierungspunkte wie Kopfsteinpflaster oder Zäune erwähnen, die sich ein Blinder über den Stock erschließen kann. Ich finde es nicht herablassend, wenn mir jemand anbietet mich hinzuführen. In unbekannten Gegenden kann mir das den Alltag sehr erleichtern. Aber das gilt nicht für jeden: Ich verstehe, dass Sehende ein Informationsbedürfnis haben, aber Empfehlungen lassen sich nicht auf jeden anwenden.

Über Banalitäten, die nicht mehr banal sind

Sagen Sie um Gottes willen auch zu einem Blinden "Auf Wiedersehen" oder "Wir sehen uns". Solche Redewendungen benutzen wir selbst - ich sage ja auch: "Ich habe den Film xy gesehen." Es ist komisch, wenn solche Formulierungen krampfhaft vermieden werden, das fühlt sich nicht nach Gleichbehandlung an. Nur wenn ein Mensch erst seit kurzem mit einer Sehbehinderung konfrontiert ist und den Schock noch nicht verarbeitet hat, kann es passieren, dass er empfindlich auf Begriffe wie Sehen und Schauen reagiert.

Wenn Ihnen ein Blinder auf dem Bürgersteig entgegenkommt, gehen Sie aus dem Weg, wie Sie jedem anderen aus dem Weg gehen würden - aber rechnen Sie den Blindenstock mit ein, weil ich Ihnen sonst damit gegen die Beine schlage. Stumm stehen bleiben und gucken ist nicht rücksichtsvoll, sondern macht es mir schwerer, weil ich Slalom laufen muss. Am angenehmsten finde ich die, die einfach sagen: "Sorry, ich bin hier im Weg, ich mache mal eben Platz." Und auch einem Blinden schüttelt man zur Begrüßung die Hand, idealerweise hält er seine hin, und der Sehende ergreift sie.

Über Neugier und Indiskretion

Ab wann ich es in Ordnung finde, nach meiner Blindheit gefragt zu werden, hängt - außer bei Kindern - von Situation und Sympathie ab. Wenn eine gewisse Basis da ist, gehe ich recht offen damit um. Wenn mich jemand direkt fragt, antworte ich, aber ich fühle mich unterschiedlich wohl dabei. Klar sollte sein: Es gibt noch andere Themen. Ich verstehe die Neugier, aber ich finde es eigenartig, wenn Leute mit dem verbalen Holzhammer daherkommen und nur darüber mit mir sprechen. Es ist ja nur eine Eigenschaft - eine wichtige, aber eben nur eine von vielen. Versetzen Sie sich in die Situation des anderen und stellen sich vor, ob Sie es angemessen fänden, wenn Sie jemand dafür lobt, wie toll Sie mit Messer und Gabel essen können.

Heiko Kunert, 38, Blogger und Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg e.V.

"Reden Sie mit Gehörlosen nicht wie mit einem Kind"

Julia Probst

Julia Probst

(Foto: bartjez portrait photography)

Vorne weg: Entspannen Sie sich - Gehörlose sind es eher gewohnt, mit Hörenden zu kommunizieren als umgekehrt. Aber ich kann es gut verstehen, dass man neugierig ist, weil die Berührungspunkte zwischen Nichtbehinderten und Menschen mit Behinderungen im Alltag sehr gering sind. Grundsätzlich gilt: Nehmen Sie sich niemals heraus, besser als Menschen mit Behinderung selbst zu wissen, was diese brauchen. Oder gar für sie zu entscheiden, ob sie wirklich behindert sind (mehr dazu später). Als Lösung für jeden - mit oder ohne Behinderung - kann nur gelten: vollständige Barrierefreiheit und Teilhabe an der Gesellschaft.

Über Gespräche mit Gehörlosen

Gehörlose gucken einem immer in die Augen, das macht viele Hörende zusätzlich unsicher im Gespräch mit Gehörlosen. Wegschauen empfinden Gehörlose allerdings als unhöflich, weil wir uns nicht sicher sein können, ob der Gesprächspartner uns auch wirklich zuhört. Versuchen Sie also Blickkontakt zu halten und sprechen Sie ein bisschen langsamer und deutlicher als normal. Weil Gehörlose oft ausreichend gut von den Lippen ablesen können, sind die Grundlagen für eine gute Verständigung dann schon gegeben. Auf keinen Fall sollten Sie so vereinfacht mit dem Gehörlosen reden, als wäre er ein kleines Kind - das kommt bei niemandem gut an. Nachfragen und Wichtiges im Zweifel aufzuschreiben, ist nie verkehrt - auch bei Nichtbehinderten. Man kann die Infos zum Beispiel ins Smartphone eintippen und dem Gegenüber hinhalten.

Über lauteres Sprechen und Schweigen

Wenn die Leute mitkriegen, dass ich gehörlos bin, fangen sie oft an, lauter zu sprechen. Das bringt natürlich gar nichts, nicht einmal bei Hörbehinderten, weil das Mundbild verzerrt wird. Ich unterbreche dann charmant: "Tut mir leid. Sie müssen nur etwas langsamer sprechen, nicht schreien!" Das hilft meistens, die Leute befolgen den Tipp und freuen sich, wenn die Kommunikation dann klappt. Andere brechen das Gespräch aber auch ab und gehen einfach weiter. Das ist sehr verletzend. Bei dem Typus kann man aber nicht viel machen. Höchstens in einem offiziellen Kontext, etwa im Geschäft oder bei Angestellten der Verkehrsbetriebe - dann stelle ich mich in den Weg und frage: "Soll ich mich bei Ihrem Chef beschweren?" Das hilft (leider) immer.

Über Zugdurchsagen und Fehlinformationen

Einmal war ich im Zug unterwegs, als eine Ansage wegen einer Verspätung kam. Durchsagen erkennen Gehörlose daran, dass Hörende nach oben gucken und angespannt lauschen. Mitreisende gaben mir die Info weiter, aber leider war die Ansage auch für sie nicht ganz verständlich. Daraufhin ging ich zum Zugbegleiter: "Ich bin gehörlos und die Ansage war für meine Mitreisenden nicht komplett verständlich. Ist mein Anschlusszug in Mannheim betroffen?" Der Zugbegleiter sah mich an: "Was sind Sie?" - "Gehörlos. Ich kann nicht hören." - "Sie können nicht taubstumm sein." - "Wieso?" - "Sie können sprechen. Taubstumme können nicht sprechen." "Das ist eine Fehlinformation. Ich bin seit meiner Geburt gehörlos und kann wunderbar sprechen, wie Sie hören können. Und nun: Wartet mein Zug oder nicht?" Der Zugbegleiter sah mich immer noch zweifelnd an, murmelte etwas und sah auf meine Fahrkarte. Erst dann gab er mir die gewünschte Auskunft.

Über Partys und falsches Mitleid

Was mich wirklich ärgert: Wenn Menschen, die ich zum Beispiel auf einer Party kennenlerne, erfahren, dass ich gehörlos bin, fragen sie oft: "Kann man da nicht etwas machen? Da hab ich im Fernsehen mal was von einer Operation gehört und damit wäre dein Leben doch so viel besser." Das finde ich wirklich übergriffig: Warum wird automatisch davon ausgegangen, dass man sich operieren lassen muss, damit man ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft ist? Wenn man die Frage stellen muss, kann man sie so formulieren: "Ich hab da von einer Operation gehört, wäre das was für dich?" Das klingt schon anders. Außerdem kann ich dann sagen: "Nein, danke."

Über Tippen und Winken

Wer an einer gehörlosen Person zum Beispiel in der vollen U-Bahn vorbei will, sollte am besten vorsichtig ins Gesichtsfeld winken - darauf sind Gehörlose trainiert, wir merken das ziemlich schnell. Auch ein vorsichtiges Antippen an der Schulter ist möglich, wenn der Gehörlose nicht reagiert. Aber bitte nicht weiter anfassen oder gar schieben und schubsen.

Über Telefonieren und Alternativen dazu

Hörende fragen immer mal wieder nach meiner Telefonnummer, bis ihnen auffällt, dass ein Telefonat eher schwierig wird. Aber es gibt ja heutzutage SMS, Mails, Whatsapp und Threema, das wird eifrig von Gehörlosen genutzt. Hat die Kontaktaufnahme geschäftliche Gründe, gibt es auch Telefonvermittlungen für Gehörlose, wo Hörende ganz normal in den Hörer sprechen und ein Gebärdensprachdolmetscher oder Schriftdolmetscher vermittelt. Skype ist auch eine Möglichkeit, aber nicht alle Gehörlosen können so gut lippenlesen.

Über Tuscheln, Spott und den Umgang damit

Meistens bekommen wir Gehörlosen es mit, wenn hinter unserem Rücken über uns gesprochen wird oder dumme Kommentare fallen. Sonst sollte ein hörender Freund oder Bekannter den Gehörlosen darauf hinweisen: "Ich weiß, dass über dich geredet wird. Was soll ich machen? Soll ich rübergehen und denen meine Meinung sagen oder wollen wir gemeinsam über die Schwätzer lachen?" Das entschärft die Situation und der Gehörlose weiß, dass er nicht alleine ist, sondern jemanden an seiner Seite hat, der für ihn "kämpfen" würde, falls es ihm zu viel wird.

Über das No-go-Wort "taubstumm"

Für mich selbst bevorzuge ich den Begriff "gehörlos", weil das wirklich zutreffend ist. Ich kann alles - außer hören. "Taub" mag ich aus zwei Gründen nicht: Zum einen steht "taub" auch für Gefühlslosigkeit und zum anderen kann es leicht mit dem No-go-Wort "taubstumm" verwechselt werden. Taubstumm sind Gehörlose eben nicht, wir können uns ohne weiteres verständigen. Ich wünsche mir, dass dieser Begriff aus dem Wortschatz verschwindet, da er wirklich diskriminierend ist.

Bekannte können mich übrigens ruhig auf meine Gehörlosigkeit ansprechen, zumindest wenn wir uns schon öfter als paar Mal gesehen haben. Und wenn derjenige nicht mit der Türe ins Haus fällt, sondern das Gespräch ungefähr so beginnt: "Wir haben uns ja schon öfter getroffen, und ich habe da eine Frage, aber bisher habe mich nicht getraut. Darf ich Sie/dich was fragen?" Das kam bei mir schon öfter vor und finde ich es sehr nett, weil es mir zeigt, dass derjenige sich Gedanken gemacht hat, ob er übergriffig ist oder nicht.

Julia Probst, 33, Aktivistin für Barrierefreiheit, Bloggerin und twitternde Lippenleserin bei der WM

"Stuhlkreise sind die Hölle"

Es ist wie bei einem Alkoholiker, der nicht mehr trinkt: Stotterer bleibt man sein Leben lang. Auch wenn man es gerade im Griff hat, Stottern kann jederzeit zurückkommen. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen, Stottern kann auch eine Behinderung sein. Aber eine, die man - im Gegensatz zu Rollstuhlfahrern - leichter verstecken kann. Viele Stotterer sind sehr geschickt darin nicht aufzufallen, indem sie beispielsweise Laute vermeiden, die ihnen schwerfallen, oder "Denkpausen" einbauen. Von außen bekommt man das oft gar nicht mit.

Wo es Probleme gibt, ist sehr individuell. Jeder hat seine Kandidaten, die Probleme bereiten. Oft sind das die plosiven Laute wie "t" oder "p", bei mir zur Zeit gerade wieder das "w", aber das wechselt. Auf jeden Fall ist Stottern stressbedingt und tritt vermehrt auf, wenn sich der Stotternde unter Druck fühlt. Zu Hause im stillen Kämmerchen stottern die wenigsten.

Über das Warten

Wer sich mit Stotterern unterhält, braucht mitunter Geduld, aber so viel Respekt sollte man seinem Gesprächspartner entgegenbringen. Besonders unangenehm ist es, wenn der Andere die Augen rollt oder einem immer wieder ins Wort fällt, weil er glaubt zu helfen, indem er den Satz zu Ende spricht. Aber in der Regel ist das einfach nervig, zumal das Gegenüber ja nicht genau weiß, was ich sagen will. Ich muss dann ergänzen oder richtigstellen und das dauert mindestens genauso lang, wie wenn er mich einfach hätte ausreden lassen.

Wenn der Stotternde mit einem Wort kämpft, versuchen Sie Blickkontakt zu halten, auch wenn der Stotternde wegschaut. Schauen Sie nicht fragend und signalisieren Sie auf keinen Fall so etwas wie "Jetzt mach doch mal". Bleiben Sie freundlich, warten Sie - warten ist eigentlich das Beste, was man machen kann. Es gibt Extremsituationen, wo ein Stotterer ein Wort partout nicht über die Lippen bringt. Dann ist er froh, wenn der Gesprächspartner hilft. Das gilt aber nur, wenn der Betroffene allergrößte Mühe hat und der Gesprächsfluss länger als eine Minute hängt.

Über Bewerbungsgespräche

Gerade weil Stottern unter Stress stärker wird, müssen sich Betroffene in den ungünstigsten Situationen damit rumschlagen - etwa bei Bewerbungsgesprächen, wo es auf den ersten Eindruck ankommt. Ich empfehle, das Stottern zwar nicht in der schriftlichen Bewerbung zu erwähnen, aber es am Anfang des Vorstellungsgesprächs anzusprechen. Das entlastet, und in der Regel kann man es eh nicht geheimhalten. Man kann dem Personaler beispielsweise sagen: Ich bin Stotterer, kann aber gut damit umgehen, und wenn Sie Fragen haben, fragen Sie mich gerne. Denn das größte Problem ist, wenn der Gesprächspartner verunsichert ist und den ohnehin nervösen Stotterer durch seine Reaktion weiter unter Druck setzt.

Über die Hürde des eigenen Namens

Für viele ist das Vorstellen ein Problem. Weil man beim eigenen Namen genauso wie bei anderen Wörtern hängenbleibt, aber dämliche Kommentare kommen wie "Hast du deinen eigenen Namen vergessen?" Man entwickelt Angst vor diesen Situationen, das erhöht das Risiko, dass es tatsächlich so weit kommt. Am schlimmsten sind Vorstellungsrunden im Stuhlkreis. Es ist die Hölle, wenn es reihum geht und man sich ausrechnen kann: Noch zwei, noch einer, dann bin ich dran ... Wenn sich die Angst über längere Zeit aufbaut, klappt es erst recht nicht. Die Gruppe muss dann Geduld aufbringen. Besser ist es, wenn sich die Leute nach dem Zufallsprinzip oder gegenseitig vorstellen.

Benjamin G., 25, ist Maschinenbaustudent, Leiter einer Sprechgruppe der Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V. und möchte anonym bleiben

"Je weniger Small Talk, desto besser"

Autisten sind auch nur Menschen, verhalten Sie sich erstmal ganz normal. Nehmen Sie es aber nicht persönlich, wenn der Autist das nicht genauso macht. Wenn er zum Beispiel zur Begrüßung nicht die Hand gibt, Ihnen nur kurz oder gar nicht in die Augen schaut oder beim Small Talk eher einsilbig reagiert. Man kann viele Probleme vermeiden, wenn man den Autisten so akzeptiert, wie er ist, und ein wenig Achtsamkeit walten lässt.

Über Small Talk und Ironie

In Gesprächen mit autistischen Menschen gilt grundsätzlich: je weniger Small Talk, desto besser. Das ist schwer, weil er oft Teil unserer Kommunikation ist. Angenehm wird Small Talk für Autisten dann, wenn das Gegenüber merkt, dass man nicht viel sagen kann oder möchte, es akzeptiert und selbst mehr Gesprächsanteile übernimmt. Oder wenn man einen Schritt weitergeht und über Dinge spricht, die für beide Gesprächspartner von größerem Interesse sind als das Wetter oder die Anreise. Fragen Sie einfach nach einem Thema, wenn es nicht ohnehin schon aus dem Anlass des Treffens heraus ergibt. Ansonsten: Unser Schweigen ist auf alle Fälle nicht böse gemeint.

knauerhase

Aleksander Knauerhase

(Foto: Johannes Mairhofer)

Lassen Sie Anspielungen und ironische Bemerkungen gegenüber Autisten bleiben, sonst entstehen durch Missverständnisse peinliche Situationen für beide Seiten. Zumindest, wenn Sie sich nicht gut kennen. Je vertrauter sie mit einem Menschen sind, desto besser können auch viele Autisten Ironie erkennen.

Über Blickkontakt und Bussibussi

Blickkontakt kann man suchen, darf aber nicht erwarten, dass der Autist das auch tut. Manche schauen ganz weg, manche knapp an den Augen vorbei, manche können den Blickkontakt halten. Körperliche Berührungen sind oft ein Problem. Handeschütteln machen viele Autisten nur mit, weil es von ihnen erwartet wird. Umarmungen sind aber nur angemessen, wenn der Autist sie von sich aus anbietet. Gleiches gilt für die Küsschen auf die Wange. Einen Autisten ungefragt anfassen, zum Beispiel an Schulter oder Arm, ist nicht ratsam. Im Zweifel, so ungewohnt das für manche auch sein mag, bitte immer vorher fragen, wenn sich die Berührung nicht vermeiden lässt.

Über gesellige Abende

Für mich persönlich wird es immer dann schwierig, wenn ich nicht abschätzen kann, was man - gesellschaftlich gesehen - von mir erwartet. Vor kurzem war ich zum Beispiel auf einem geselligen Abend bei einer großen Tagung. Ich war mir unsicher, ob die Sitzplätze zugeteilt waren oder ob freie Platzwahl war. Also stand ich etwa zehn Minuten hilflos herum, konnte mich nicht überwinden, jemanden anzusprechen, traute mich aber auch nicht, mich einfach irgendwohin zu setzen.

Hinzu kommt: Zwei der Veranstalter begrüßten einige andere Gäste und führten sie zu ihren Tischen, aber ich wurde nicht wahrgenommen. Das war schade, zumal es sich um eine Fachtagung zum Thema Autismus handelte. Ein "Können wir Ihnen helfen?" wäre schön gewesen. Im Zweifel sollte man Autisten von sich aus ansprechen, nachfragen, Unterstützung anbieten, weil es ihnen oft schwer fällt, darum zu bitten oder überhaupt auf fremde Menschen zuzugehen.

Über Lärm und Stress

Generell kann man sagen: Je mehr unterschiedliche Geräusche vorhanden sind und je mehr Gespräche um einen Autisten herum geführt werden, desto schwerer wird es für ihn. Er fühlt sich überlastet, ein Gespräch wird für ihn sehr anstrengend. Wenn Sie das bemerken, bieten Sie entlastende Alternativen wie zum Beispiel eine ruhigere Umgebung an. Wenn sich ein Autist nicht wohlfühlt, können Sie das - zum Beispiel durch Stresssymptome wie einen nervösen Blick oder Schweißausbrüche - in der Regel bemerken. Wenn der Autist grob wird und Sie beleidigt, können und dürfen Sie auch Kontra geben. Auch Autisten können Arschlöcher sein, wie alle anderen Menschen auch.

Über vermeintliche Störungen und Outings

Für Psychologen ist es eine Störung, für Ärzte eine Krankheit, für den Staat eine Behinderung und für viele Menschen ist man von Autismus "betroffen". Es gibt genügend Gründe, die eine oder andere oder sogar alle Bezeichnung abzulehnen. Am besten ist das schlichte, sehr einfache und wertfreie: Autist oder Autistin.

Wenn der Autist selbst offen damit umgeht und man beispielsweise von ihm erfahren hat, dass er Autist ist, kann man ihn ruhig darauf ansprechen. Wenn Fragen unangenehm werden, wird er es sagen oder zeigen. Ich freue mich, wenn ich danach gefragt werde, zumindest wenn sich jemand wirklich interessiert. Etwas anders verhält es sich bei Autisten, die quasi durch ihre Eltern geoutet wurden. Hier kann es sein, dass es dem Autisten unangenehm ist. Der größte Fehler, den man machen kann, ist - auch bei Kindern - in seiner Anwesenheit mit seiner Begleitung oder seinen Angehörigen über ihn zu sprechen, als wäre er nicht da. Bedenken Sie auch immer: Autismus ist zwar ein wichtiger Teil des Autisten, er besteht allerdings nicht nur aus Autismus.

Aleksander Knauerhase, 40, Blogger, Autor, Referent, Autist

Regeln für die Fettnäpfchen-Vermeidung

  • Erst ansprechen, dann anfassen: Gilt insbeondere für Blinde, die sonst erschrecken können. Auch bei Gehörlosen sollten Sie vorher auf sich aufmerksam machen, etwa durch kurzes Winken. Grundsätzlich wollen Behinderte wie alle anderen auch nur berührt werden, wenn es nötig oder der Situation angemessen ist.
  • Erst fragen, dann helfen: Ideal, wie eine blinde Leserin vorschlägt, wenn man statt der gängigen Formulierung "Brauchen Sie Hilfe?" einfach fragt: "Möchten Sie Hilfe?"
  • Zuhören und mitmachen: Beim Helfen Tempo anpassen und den Anweisungen folgen - das behinderte Gegenüber weiß am besten, welche Handgriffe wann nötig und hilfreich sind. Blinde haken sich zum Beispiel bei Ihnen unter, nicht umgekehrt.
  • Geduld haben: Gilt ganz allgemein, aber im Besonderen bei sprachbehinderten Menschen. Zuhören und akzeptieren, dass es länger dauert - auch wenn Sie vielleicht gerade keine Zeit haben, das ist jetzt wichtiger.
  • Miteinander reden: Egal, ob bei hör- oder sprachbehinderten oder Menschen mit Lernschwierigkeiten: Reden Sie, wenn überhaupt, nur mit Kindern in Kindersprache. Bei Menschen mit Lernschwierigkeiten kann es angezeigt sein, ein einfaches Deutsch zu verwenden. Bei Sprach- oder Hörbehinderten ist es hilfreich, klar und deutlich zu sprechen - aber nicht laut oder überbetont. Blinde spüren Blicke, schauen Sie blinde Gesprächspartner an, wie Sie es sonst auch tun. Reden Sie mit dem Menschen, nicht mit Begleitpersonen - nicht einmal mit dem Gebärdensprachdolmetscher, er übersetzt nur.
  • Finger weg von den Hilfsmitteln: Sie sind etwas sehr Persönliches. Beispielsweise darf der Taststock eines Blinden nicht einfach ohne Hinweis ans andere Ende des Tisches geschoben werden. Ein Rollstuhl ist kein Kleiderständer und ein Blindenhund kein Kuscheltier - er arbeitet.
  • Worte wählen: Auch Blinde sagen "Man sieht sich" und auch Rollstuhlfahrer sagen "Auf geht's". Viel problematischer ist, wenn Bezeichnungen für Behinderungen im Sprachgebrauch negativ belegt sind wie "blinde Zerstörungswut" oder "hinkender Vergleich", worauf eine blinde Leserin aufmerksam macht. Was gar nicht geht: vergiftetes oder herablassendes Lob (Blindheit, Gehörlosigkeit, Sprach- oder Gehbehinderungen haben nichts mit geistigen Fähigkeiten zu tun), Mitleid oder Taktlosigkeiten wie "Toll, wie du dein Schicksal meisterst". Übrigens: Behinderte oder besser noch Menschen mit Behinderung sind weder gehandicapt noch hilfsbedürftig - sie sind (oder werden) einfach behindert.

Linktipps:

Die Recherche zu Toleranz

"Vielfalt und Vorurteile: Wie tolerant ist Deutschland?" - Diese Frage hat unsere Leser in der siebten Abstimmungsrunde unseres Projekts Die Recherche am meisten interessiert. Das folgende Dossier soll sie beantworten.

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