Der Bayerische Rundfunk ist mein Heimatsender. Allein daran, dass ich bedenkenlos eine öffentlich-rechtliche Medienbehörde mit dem schönen Begriff „Heimat“ verknüpfe, kann man erkennen, dass ich ein gewisses Lebensalter erreicht habe. Als ich jung, lern- und lebensbegierig sowie leichter beeinflussbar war, also bis zum Alter von Mitte bis Ende zwanzig, hörte ich relativ viel Radio. Musik, Nachrichten, Features, verschrobene Magazinsendungen mit Jazz und Lyrik, und sogar manchmal die Bundesligakonferenz (damals gab es noch nicht das fetischhafte Tooooooor-Gebrülle). Das alles hörte ich auf den „Wellen“ des Bayerischen Rundfunks (BR), und wahrscheinlich deswegen habe ich immer noch den Eindruck, der BR gehöre wie Weißwürste, der Starnberger See, die Lodenjankerfröhlichkeit, Herbert Achternbusch und Kurt Eisner zu meiner Heimat, egal wie verbunden ich jedem einzelnen dieser Bayuwarica bin.
Deutscher AlltagAuch wenn's manchmal dudelt
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Unser Kolumnist hat immer viel Radio gehört, früher noch mehr als heute. Jetzt hofft er, dass sein Heimatsender noch lange durchhält.
Von Kurt Kister
