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Promis und die Liebe - Schmachtwort der Woche:"Meine Freundin ist mein Kuscheltier"

Die Deutschen orientieren sich bei der Wahl ihrer Kosenamen gerne an Nagern und wirbellosen Kleintieren. Doch es gibt viel bessere Ideen, um die Zuneigung zur Liebsten auszudrücken. Das beweisen zumindest große Fußballer.

Sie lauten Mausi, Mopsi, Spatzl, Schnecke oder Bärchen. Meist aus dem Kleintierreich stammend, haben es die possierlichen Begriffe mittlerweile in heimische Schlaf- und Wohnzimmer geschafft: als beliebte Kosewörter. Wie die Universität Augsburg herausgefunden hat, geben sich Partner als Alternative zum Klassiker "Schatzi" eben am liebsten Tiernamen.

Schmachtwort Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger mag Fußball und Kuscheltiere.

(Foto: Sophie Kaiser)

Noch kuscheliger wird es, wenn man es wie Bayern-Profi Bastian Schweinsteiger hält und die Liebste sprachlich zu Plüschhase und Stoffteddy gesellt: "Meine Freundin ist mein Kuscheltier", bekannte Schweinsteiger einmal in einem Interview. Mit diesem Zitat im Ohr, lassen sich auch die Bilder der Champions-League-Niederlage gegen den FC Chelsea rückblickend leichter ertragen: Basti, wie er nach dem verschossenen Elfmeter sein Gesicht tief im Trikot vergräbt. Immerhin wartete zu Hause das Lieblings-Kuscheltier, das tröstete und beruhigte.

Mönchische Geisteshaltung

Wie gut das funktioniert hat, belegten wenige Tage später die Bilder des Paares in der Bunten beim Pool-Urlaub auf Capri. Und auch auf dem Platz zeigte sich der Heilungserfolg der Kuscheltherapie. Schweinsteiger lieferte beim ersten deutschen EM-Vorrundenspiel eine solide Leistung ab: "Er verrichtete leise aber wirkungsvolle Dienste", schrieb unser SZ-Kritiker.

Den wirklich perfekten Fußball spielen ja vermeintlich die Brasilianer. Ein Grund dafür könnte sein, dass sie weder Kuscheltiere noch eine Freundin brauchen. "Der Ball ist meine Freundin", erklärte Ronaldinho, Weltmeister von 2002, einmal. Mit dieser geradezu mönchischen Geisteshaltung schaffte er es, zum Weltfußballer aufzusteigen. Dem Kollegen Jérôme Boateng wird das in diesem Leben womöglich nicht mehr gelingen, nachdem er vor der Abreise zur EM Zerstreuung außerhalb des Platzes suchte.

Sex vor dem Spiel?

Möglich, dass sich der Berliner just zu Beginn der Europameisterschaft Berti Vogts' Rückkehr als Bundestrainer wünschte. Vom ehemaligen bundesdeutschen Übungsleiter ist folgende Regel bekannt: "Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts."

Nein, nein, mehr ins Detail soll es jetzt nicht gehen, da halten wir es doch lieber mit Ronaldinho und seiner unbedingten Liebe zum Ball. Zumal auch er dem Ball Kosenamen geben kann. Fifa und Uefa haben hier schon mal vorgelegt, und sich liebliche und possierliche Namen für die offiziellen Welt- und Europameisterschaftsbälle ausgedacht: Man darf sie Top Star, Mr. Crack, Roteiro oder Jabulani nennen.

Und zumindest die letzten beiden Namen hören sich doch ganz putzig an.

© Süddeutsche.de/jobr/holz
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